Wunschliste
Bleiberecht Bern wünscht sich was fürs neue Jahr......25 Meter Transpi-Stoff!
...viele bunte Farben
...Schnur und Klebstreifen
...ein Megaphone für viele Demos
...und viele warme Schuhe und Mützen um im Winter auch auf die Strasse zu gehen
...Zugtickets, damit Leute aus den Nothilfezentren an unsere Sitzungen und Demos kommen können
...ein Sitzungszimmer und Büro
...einen Computer
...einen Marktstand
...viel Stoff, um tolle Bleiberecht-Taschen zu nähen
...und ein paar Nähmaschinen
...ein Büssli, um längerfristig die teuren Zugtickets zu sparen
...und vieles mehr, was es für den täglichen Aktivismus braucht...
... damit wir weiterhin für eine Kollektive Regularisierung, den sofortigen Ausschaffungsstopp, die Abschaffung des Nothilferegimes und ein Bleiberecht für alle kämpfen können!
Einen Beitrag an die Erfüllung unserer Wüsche kannst du hier machen: PC-60-244887-5
Vielen Dank und einen guten Start ins neue Jahr!
Das Kollektiv Bleiberecht für Alle Bern
139 Sans-Papiers fordern die kollektive Regularisierung ihres Aufenthaltsstatus
Geplatzte Übergabe - Sommaruga lehnte es ab, die kollektive Regularisierungsliste persönlich entgegenzunehmen
Das Bleiberecht-Kollektiv in Verhandlungen mit Sommarugas Assistentin
50 Bleiberecht-Aktivist_innen hatten sich am 16. Dezember 2011 mobilisiert, um eine kollektive Regularisierungsliste mit 139 Namen von Sans-Papiers Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu überreichen. Die genannten Sans-Papiers sind Männer, Frauen und Kinder, deren Aufenthalt als illegal erachtet wird. Sie haben sich gewagt aus dem Schatten zu treten und ihre Rechte einzufordern. Die kollektive Regularisierung ihres Aufenthaltsstatus ist ein erster konkreter Schritt, die prekäre Situation der Sans-Papiers in der Schweiz zu beheben. Sommaruga lehnte es jedoch ab, die Liste persönlich entgegenzunehmen. Unter diesen Umständen beschloss das Kollektiv, die Liste nicht abzugeben. Sommaruga soll sich persönlich mit den Sans-Papiers treffen!
Saidou Alembo wehrt sich erfolgreich gegen seine Ausschaffung
Sich bewusst, eine solidarische Bewegung im Rücken zu haben, die sich unerbittlich für ihn sowohl juristisch als auch politisch und öffentlichkeitswirksam einsetzt, wehrt sich Saidou Alembo erfolgreich gegen einen ersten Ausschaffungsversuch! Dies, wie er uns mitteilte, unter enormem psychischen Druck und widrigen Umständen in Ausschaffungshaft – auch im Wissen, dass ihm nun ein Sonderflug (Level 4) mit unmenschlicher Ganzkörperfesselung droht! Als Mitglied einer Oppositionspartei in Gambia kann Saidou Alembo aber unter keinen Umständen nach Gambia zurückkehren! In Kürze wird ein Widererwägungsgesuch eingereicht. Weitere Schritte des Widerstands gegen seine Ausschaffung sind in Planung!
Video zur Aktion
Am kommenden Freitag, 16. Dezember 2011, beginnt um 14.30 Uhr in Bern ein Projekt der Bleiberecht-Bewegung, an dem auch Saidou Alembo mitgearbeitet hat: Wir reichen bei Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga Listen mit Namen von Sans-Papiers ein, die es sofort zu regularisieren gilt (sog. Regularisierungslisten)! Der Protest geht weiter!
Menschenwürde achten - Jaunpassbunker schliessen!
Trauergemeinde auf dem Jaunpass - die Menschenwürde liegt hier begraben.
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Mahnwache gegen Ausschaffung
Vor einigen Tagen wurde Saidou Alembo, ein Aktivist des Bleiberecht-Kollektivs Bern im Nothilfezentrum Aarwangen von der Polizei verhaftet und im Regionalgefängnis Bern inhaftiert. er soll gegen seinen Willen nach Gambia ausgeschafft werden. Mit einer Mahnwache protestieren das Bleiberecht-Kollektiv sowie verschiedene unterstützende Organisationen und Personen gegen seine Ausschaffung und kritisieren die menschenverachtende Ausschaffungsmaschinerie der Schweiz.
Solibotschaft der Bewohner des DZ Aarwangen für Saidou Alembo
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„Uns reichts, wir leben wie im Gefängnis“
Dienstag, 1. November 2011, 14:30 Uhr, Kramgasse 20,
Büro von Regierungsrat Käser, Polizei und Militärdirektion
Widerstand im Nothilfelager Eschenhof
Die Missachtung der Menschenwürde und der Grundrechte gehören in Nothilfelagern zum traurigen Alltag der dort lebenden abgewiesenen Asylsuchenden. Empört über ihre Lebensbedingungen überreichten Bleiberechtaktivistinnen des Nothilfelagers Eschenhof dem Berner Migrationsdienst (MIDI) am 4. Oktober 2011 ein Protestschreiben. Dieses wurde von 38 Bewohner_innen unterzeichnet und entstand unter er schwerten Bedingungen. Im und um das Lager wurden Versammlungen verboten. Es kam in diesem Zusammenhang sogar zur Verhaftung eines auswärtigen Bleiberechtaktivisten.
MIDI verweigert Gespräch und weist Kritik einseitig zurück
Der MIDI hielt es bisher nicht für notwendig auf die Gesprächsbereitschaft der Unterzeichnenden einzugehen. Ohne sich über die Sichtweise der Bewohner_innen informiert zu haben, weist das MIDI nach einseitiger Konsultation der Lagerleitung die wesentlichen Forderungen zurück. Das kritisierte Lotteriesystem bei der Sachabgabe, die täglichen Diffamierungen, der Kontrollwahn der Lagerleitung und die Missachtung der Privatsphäre und der Versammlungsfreiheit sind nach MIDI diskussionslos anzunehmen. So schreibt der MIDI in seiner Medienmitteilung: „Das Sachabgabezentrum Eschenhof in Gampelen wird ordnungsgemäss und gemäss den Vorgaben des Kantons Bern geführt. Es spreche der Leitung das volle Vertrauen aus.(18.10.2011).
Sozialhilfe statt Nothilfe
Die Situation im Nothilfelager Eschenhof stellt keine Ausnahme dar. Das Nothilferegime, das 2004 als Sparmassnahme eingeführt wurde und für Personen mit einem Nichteintretensentscheid (NEE) gilt, ist seit 2008 auch für abgewiesene Asylsuchende zur perversen Realität geworden. Damit Flüchtlinge aus ehemals kolonialisierten und weiterhin ausgebeuteten Staaten ausreisen, werden sie in Nothilfelagern in der Schweiz in einen Status entrechteter Untermenschen gedrängt. Dabei kann der Kanton Bern selbst entscheiden wie lange und ob er diese menschenverachtenden Verhältnisse aufrecht erhalten will. Denn über die Ausgestaltung der Nothilfe bestimmen die Kantone. Die Nothilfe gehört abgeschafft. Abgewiesene Asylsuchende sollen Sozialhilfe und keine Nothilfe erhalten.
Bleiberecht für alle
Der Protest im Nothilfelager Eschenhof ist Teil des breiteren Widerstandes gegen die herrschende Migrationspolitik, die sich vorwiegend an Geld, Angstmacherei, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung orientiert. Im Bleiberecht‐Kollektiv Bern kämpfen abgewiesene Asylsuchende und Sans‐Papiers gemeinsam mit weiteren Aktivist_innen, die sich gegen Rassismus und Ausbeutung in Bewegung setzen. Gemeinsame Perspektive ist die kollektive Regularisierung aller Illegalisierten, einen Ausbau sozialer Rechte und einen besseren Schutz aller Lohnabhängigen.
Für das MIDI normal, für uns ein Skandal
Auszüge aus dem Protestbrief der Bewohner_innen des Nothilfelagers Eschenhofs :
(oder siehe weiter unten den die volle Version des Briefes)
Sach- und Nahrungsabgabe:
Der Zugang zu Nahrungsmitteln ist für uns ein grosses Problem. Das Sortiment im Zentrumsladen ist zu wenig vielfältig und es hat von einzelnen gefragten Produkten nicht genügend im Angebot für alle. Insbesondere mangelt es an Pouletfleisch, das viele von uns gerne essen. Neuerdings wurde ein Lotteriesystem eingeführt, um zu bestimmen, wer zuerst einkaufen darf. Wer Pech hat und eine der höheren Nummern zieht, hat nur noch Zugang zu wenigen Produkten des Angebots.
Urlaub:
Wie viele andere Menschen pflegen auch wir gerne Freundschaften. Besonders das Wochenende bietet sich an, um eine Nacht bei Freunden ausserhalb des Zentrums zu verbringen. Wer sich am Freitag vorher nicht abmeldet, verliert jedoch den Anspruch auf einen oder zwei Tage Sachabgabe. Dies grenzt unsere Spontaneität ein und wir sind so einer ständigen Kontrolle ausgesetzt.
Präsenzlisten unterschreiben:
Jeden Tag müssen wir zwischen 11 und 12 Uhr Präsenzlisten unterschreiben. Wir fordern Sie auf, diese Regelung rückgängig zu machen und uns das Recht zu zugestehen, die Präsenzlisten zu Büroöffnungszeiten (8 Uhr bis 17 Uhr) unterschreiben zu dürfen.
Privatsphäre:
Wie alle Menschen brauchen wir eine Privatsphäre. Diese ist durch die Nothilfe grundsätzlich eingeschränkt. Wir fordern das Zentrumspersonal um Respekt. Das beinhaltet, dass es früh morgens nicht mehr unangemeldet in unsere Schlafräume eindringt.
Polizei:
Nicht selten kommt es vor, dass die Polizei mit einem Grossaufgebot mitten in der Nacht oder am frühen Morgen im Zentrum aufkreuzt und einzelne Leute in Handschellen in Ausschaffungshaft abführt. Dabei scheut die Polizei auch nicht davor zurück, Familien mit Kindern oder Väter in Anwesenheit von ihren Kindern aus dem Schlaf zu reissen und mitzunehmen.
Keine Diffamierung: In Biel kursieren im Umfeld des Mittagstisches Gerüchte, dass die Zentrumsleitung uns dort allgemein als Drogenhändler und Kriminelle beschrieben hat. Falls dies zutrifft, fordern wir Sie auf, Diffamierungen dieser Art sofort zu unterbinden.
Workfare:
Wer Workfare‐Arbeit leistet, erhält seine Entschädigung in Form von Gutscheinen für Denner oder Coop. Wir sehen nicht ein, weshalb wir gezwungen werden, unseren Lohn in einem vorbestimmten Laden auszugeben. Bitte bezahlen Sie uns Geld aus.
Gesundheit:
Bis anhin war der Zugang zu einem Arzt oder zum Spital für uns nicht genügend gewährleistet. Erstens finden wir es nicht angepasst, dass das Zentrumspersonal, das nicht speziell auf Gesundheitsfragen geschult wurde, über unseren Zugang zum Gesundheitssystem bestimmen darf. Zweitens müssen wir oft selber für den Transport zum Arzt aufkommen. Öfters kommt es vor, dass kranke oder verletzte BewohnerInnen zu Fuss und ÖV zum Arzt gelangen müssen. Ein Transport wird selten organisiert.
Duschen:
Für sämtliche BewohnerInnen des Eschenhofs stehen ausschliesslich vier Duschen für Männer und drei Duschen für Frauen zur Verfügung. Dies ist zu wenig. Zudem ist das Wasser entweder feurig heiss oder eiskalt. Wir würden uns freuen, wenn Sie rasch Massnahmen einleiten, um etwas an der Situation zu ändern. Ab 22 Uhr ist es uns nicht mehr erlaubt zu duschen.
Nachbarschaft:
In der Nachbarschaft des Zentrums wohnt eine Familie, zu welcher wir ein gutes Verhältnis aufgebaut haben. Auch haben einige von uns Bekannte im Zentrum Nusshof. Neulich werden diese Kontakte vom Zentrumspersonal eingeschränkt. Auch wir sind Menschen mit Anrecht auf nachbarschaftliche Kontakte. Wir fordern Sie auf, dies zu respektieren.
Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit:
ZentrumsbewohnerInnen wurde es durch die Leitung des Eschenhofs untersagt, in Gruppen auswärtige Mitglieder von Bleiberecht in unseren Räumlichkeiten zu empfangen. Dieses Verbot widerspricht unserem Recht nach sozialen Kontakten und demjenigen nach Selbstorganisation.
Offener Brief der BewohnerInnen des Sachabgabezentrums Eschenhof
NothilfebezügerInnen des Sachabgabezentrums Eschenhof wehren sich gegen menschenunwürdige Zustände im Zentrum. Letzte Massnahme der Zentrumsleitung: Versammlungs- und Vereinigungsverbot im Zentrum.
Lotteriesystem bei der Sachabgabe, Kollektivstrafen, Diffamierungen, Missachtung der Privatsphäre, Einschränkung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit: 38 BewohnerInnen des Sachabgabezentrums reichten am Mittwoch, den 5. Oktober einen offenen Protestbrief ein und fordern die Verantwortlichen auf, diese Missstände aufzuheben. „Uns reicht es, wir leben wie im Gefängnis.“ (Zitat eines Zentrumsbewohners)
Siehe hier: Offener Brief
Die repressiven Massnahmen im Zentrum erreichten am letzten Dienstag einen neuen Höhepunkt: Der Bleiberechtaktivist Philippe Blanc wurde aufgrund einer Versammlung im Zentrum von der Polizei in Handschellen abgeführt und erhielt ein Rayonverbot.
Die Umstände, unter welchen abgewiesene Asylsuchende in der Schweiz in der Nothilfe leben müssen, sind schockierend und menschenunwürdig. Die Situation im Sachabgabezentrum Eschenhof in Gampelen ist besonders schlimm. Durch die zentrumsinterne Hausordnung und weitere Regelungen werden grundlegende Menschenrechte missachtet. Nun wenden sich die BewohnerInnen mit einem offenen Brief (siehe Anhang) an den Migrationsdienst und an die zuständigen Verantwortlichen sowie an die Leitung des Eschenhofs. Das Kollektiv Bleiberecht Bern unterstützt die BewohnerInnen des Zentrums bei ihrem Schritt an die Öffentlichkeit. Die Missstände im Zentrum müssen schnellst möglich behoben werden. Das Nothilfesystem gehört abgeschafft. Weitere Organisationen wie Amnesty International und Solidarité sans frontières wurden für eine Unterstützung der BewohnerInnen angefragt.
Die repressiven Massnahmen haben am Dienstag, 4. Oktober 2011, einen Höhepunkt erreicht: UnterstützerInnen von abgewiesenen Asylsuchenden werden kriminalisiert! Nachdem dem Kollektiv Bleiberecht schon vor einigen Wochen Versammlungen im Zentrum verboten wurden, kam es am Dienstag zu einer erweiterten Einschränkung des Versammlungs- Vereinigungsrechts. Der Bleiberechtaktivist Philippe Blanc, der einzelne BewohnerInnen in juristischen Belangen begleitet, wurde daran gehindert, an einer Informationsveranstaltung des Migrationsdienstes innerhalb des Zentrums teilzunehmen. Nachdem er sich anschliessend ausserhalb des Zentrums mit einigen Zentrumsbewohnern von Bleiberecht versammelt hatte, wurde er in Handschellen abgeführt und erhielt von der Polizei ein grossräumiges Rayonverbot. Die Tatsache, dass im Zentrum weder Versammlungen noch der Zugang zu juristischer Beratung möglich sind, widerspricht dem Recht der BewohnerInnen nach sozialen Kontakten und nach Selbstorganisation, beides Menschenrechte, die in der EMRK ausdrücklich erwähnt und bereits vom Bundesgericht anerkannt wurden.
MENSCHENRECHTE GELTEN AUCH IM ESCHENHOF! KEIN MENSCH IST ILLEGAL!!!
Offener Brief der BewohnerInnen des SAZ Eschenhof
Medienmitteilung der Kantons- und Militärdirektion Bern, vom 18. Oktober 2011
BLEIBERECHT FÜR ALLE – hier, jetzt und überall!
Demoaufruf 1. Oktober 2011 von Bleiberecht.Europas Grenzen wurden gegenüber der Mehrheit der Weltbevölkerung (allen Nicht-Europäer_innen) dicht gemacht, doch solange imperialistische Kriege und (post-)koloniale Unterdrückung, Gewalt, Hunger und Elend produzieren, werden Menschen migrieren. Für sie ist das Verlassen der eigenen Familie, Heimat oder Kultur keine freie Entscheidung, sondern ein Zwang. Politisch und wirtschaftlich ist die Schweiz mit ihren Machenschaften für diese Zustände mitverantwortlich.
In der Schweiz ist es für nicht-europäische Immigrant_innen fast unmöglich einzuwandern; das Ausländer_innengesetz stellt eine regelrechte Sackgasse dar. Ein langfristiges sicheres Bleiberecht gibt es für sie ausschliesslich über ein Asylverfahren, doch den restriktiven Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention entsprechen nur wenige Flüchtlinge. Für die meisten wandelt sich die Hoffnung auf Asyl in einen langen zermürbenden Leidensprozess. Der Weg über Nothilfe, Beugehaft, Arbeitsverbot und alltäglichen Diffamierungen endet für die meisten mit der Ausschaffung. Wer nicht von Anfang an untertaucht, wird spätestens dann dazu gedrängt. Die Schweizer Gesetze produzieren Sans-Papiers.
Sans-Papiers und Staatsrassismus
Die Schengen/Dublin-Abkommen sowie die Asyl- und Ausländer_innengesetze schaffen Kategorien von Menschen mit ungleichen Rechten. Dies führt zu Konkurrenz um Arbeitsplätze, Lohn und billige Wohnungen. Um die Konkurrenz noch weiter anzuheizen und Diskriminierungen zu legitimieren, wird mit den materiellen Ängsten der krisengeplagten Bevölkerung gespielt. Der Staatsrassismus hat einen doppelten Charakter: Von Aussen drohe die Masseneinwanderung oder der politische Islam. Als Feind von Innen wird ein Teil der ausländischen Wohnbevölkerung beschuldigt, kriminell zu sein, Missbrauch zu betreiben, die Züge zu verstopfen, die Umwelt zu belasten oder die Schweiz um ihre „nationale Identität“ zu berauben. Seitdem rassistische Vorurteile salonfähig wurden, finden nicht nur Verschärfungen des Asyl- und Ausländer_innenrechts, sondern auch offen fremdenfeindliche Volksinitiativen Mehrheiten. Durch solche Verdrehungen der Realität wird eine allgemeine und permanente Verunsicherung und Angst gefördert, was ein repressives und rassistisches Regieren ermöglicht. Gerade die Migrantinnen und Migranten werden so als „Projektionsfläche“ für sämtliches Übel missbraucht. Den Sans-Papiers im speziellen werden durch diesen systematischen Staatsrassismus elementare Grund- und Menschenrechte verwehrt!
Auf zur Demonstration für die Rechte der Sans-Papiers
1. Oktober 2011, 14.30 Uhr, Besammlung Schützenmatte Bern
Sans-Papiers sind die ersten Opfer der utilitaristischen Migrationspolitik
Für Arbeitgeber_innen sind Sans-Papiers ein gefundenes Fressen. Besonders in den Branchen Hotellerie, Reinigung, Landwirtschaft, Hausarbeit, Langzeitpflege, und für gewisse Tätigkeiten auf dem Bau – kurz: im Niedriglohnsektor – gehört die Ausbeutung von Sans-Papiers zum Alltag:
Sans-Papier sind aufgrund ihrer materiellen Situation gezwungen, zu einem Hungerlohn zu arbeiten und die schlimmsten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Dies erhöht die Profite der Unternehmen und drückt die Löhne allgemein nach unten.
Bei Wirtschaftskrisen dienen Sans-Papiers als Puffer. Unkompliziert können sie als Erste entlassen werden, dafür braucht es keine Legitimation, geschweige denn einen Sozialplan.
Mit Sans-Papiers werden Erfahrungen mit der Einführung von Arbeit auf Abruf, lexiblen Arbeitszeiten, Arbeitszeitverlängerung, Taglohnsystemen, befristeten, unsicheren Anstellungen und Lohnkürzungen gesammelt. Die neuen Formen der Ausbeutung werden so im kleinen Rahmen erprobt und dann den restlichen Lohnabhängigen auf- gezwungen.
Was tun?
Es gilt, dieser Art von moderner Sklaverei entgegenzutreten. Darum fordern wir eine Migrationspolitik, die sich an Menschen und nicht wie die heutige an Geld, Angstmacherei, Ablehnung und Diskriminierung orientiert. Langfristig kämpfen wir für eine Welt ohne nationalstaatliche Grenzen und einen globalen freien Personenverkehr mit allen dazugehörenden sozialen Rechten. Es geht uns nicht nur – wie im Personen-freizügigkeitsabkommen mit der EU – um die Mobilität der europäischen Lohnabhängigen, deren Bleiberecht an einen Arbeitsvertrag geknüpft ist, sondern um ein Bleiberecht für alle! Wir fordern:
• Die kollektive Regularisierung aller Sans- Papiers;
• Den sofortigen Ausschaffungsstopp;
• Die Abschaffung des Nothilferegimes;
• Das Recht auf Ehe und Familiennachzug für alle;
• Das Recht auf Gesundheit, Bildung und Würde für alle.
Sans-Papiers leben und arbeiten unter uns – auch auf dem Bau Anfang Mai 2011 strahlte die Télévision Suisse Romande (TSR) die Reportage „Chantiers au noir“, die schwarzen Baustellen aus. Der Bericht verdeutlichte die Praktiken von Bauunternehmen, die Papierlose anstellen und sich durch Lohndruck Wettbewerbsvorteile verschaffen: Der Lohn eines illegalisierten Arbeiters auf dem Bau liegt zwei bis drei Mal tiefer als der Mindestlohn. Sie sind schwarz und ohne sozialen Schutz als Tagelöhner angestellt, alles richtet sich ausschliesslich nach den Bedürfnissen der Unternehmen. Arbeiter, die krank werden oder sich auf der Baustelle verletzen, werden umgehend weggeschickt.
Der einheitliche und solidarische Kampf um die Regularisierung der Sans-Papiers und um einen Gesamtarbeitsvertrag zielen auf würdige Arbeits- und Lebensbedingungen aller Lohnabhängigen.
Was will Bleiberecht für alle?
Bleiberecht für alle vereint gesamtschweizerisch Kollektive aus Lausanne, Fribourg, Bern, Basel und Zürich. Die Bleiberechtsbewegung entstand 2006 als Reaktion auf die Verschärfung des Asyl- und Ausländergesetzes und als Fortsetzung der Sans- Papiers Bewegung, die im Jahre 2001/2002 durch langfristige Kirchenbesetzungen aus dem Schatten trat. Bleiberecht will raus aus der Defensive!
Um uns die migrationspolitische Agenda anzueignen, setzen wir auf militante, kreative und gewaltlose Aktionen sowie auf die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen. So entsteht Raum, für eine breite, autonome Organisation der Sans-Papiers.
www.bleiberechtbern.ch / www.bleiberechtfueralle.ch
Aufruf zur Demo am 1. Oktober: Kein Mensch ist illegal! Regularisierung jetzt!
"Gekommen um zu bleiben!" - Festival
Ort:
Lorrainepärkli, 3013 Bern
Datum / Zeit: Samstag, 25. Juni, ab 14:00 Uhr
Konzerte, Poetry Slam, Informationsstände, Radioballet und Workshops rund um die Themen Sans-Papiers, Asyl- und Migrationspolitik.
Programm:
RADIOBALLETT: 14.00 Uhr, Neuengasse, 3011 Bern
Konzerte und Poetry Slam: ab 15.00 Uhr im Lorrainepärkli:
JANE WALTON - Balkan Trash
PABLOPOLAR - Indie
Rock
JUNIOR TSHAKA - Reggae
SLAM POETRY - mit
Etrit Hasler, Gabriel Vetter und Freunden
Freier Eintritt für ALLE! Denn
KEIN MENSCH IST ILLEGAL!
«GEKOMMEN UM ZU BLEIBEN» ist eine Veranstaltung von Solidarité sans frontières, Bleiberecht Bern, augenauf Bern, VBBS - Anlaufstelle für Sans-Papiers Bern, AI Unigruppe Bern und mit freundlicher Unterstützung der Unia.
Siehe auch: www.sanspapiers-bewegung.ch
DEMO FÜR PAPIERE!
Ort: Basel, SchützenmattparkDatum / Zeit: 18. Juni 2011 | ab 13h30
(Demo bewilligt)
Marktstand in Meiringen: Willkommen "Casa Alpina"!
Das Bleiberecht-Kollektiv Bern hat einen Marktstand in Meiringen am:
- 12. April 2011
- 18. Mai 2011
- 9. Juni 2011
Solidarität statt Ausgrenzung: Das Sachabgabezentrum Casa Alpina auf dem Brünig
Das grosse Haus mit dem unschuldigen Namen «Casa Alpina» liegt direkt an der Hauptstrasse. Daneben die Bahnstation, ein Restaurant und ein grosser Parkplatz, von wo aus Postautos die Ausflügler Richtung Hasliberg bringen. Sonst nichts.
Die rund 60 abgewiesenen Asylsuchenden, die im Sachabgabezentrums auf dem Brünig leben, sind nicht willkommen. Die Behörden unternehmen alles, um ihnen das Leben in der Schweiz so schwer als möglich zu machen. Die diskriminierende Ausgrenzungslogik der Asyl- und Ausländer-gesetzgebung greift bei der Nothilfe für abgewiesene Asylsuchende besonders tief.
Ausgrenzung und repressive Kontrollen
Zu dieser Ausgrenzungslogik gehört, dass die abgewiesenen Asylsuchenden im Kanton Bern in eines der drei Sachabgabezentren weit weg von der nächsten Stadt gesteckt werden: Neben dem auf dem Brünig gibt es zwei weitere in Aarwangen und Gampelen. Das Ziel ist die Isolierung. Achtzig Franken würde die Fahrt vom Brünig nach Bern und zurück kosten. Wer kann sich das schon leisten?
Dazu gehört, dass den BewohnerInnen kein Geld ausbezahlt wird: Ihnen werden bloss Nahrungsmittel abgegeben. Auf dem Brünig können sie zwei Mal wöchentlich für knapp zwanzig Franken Lebensmittel beziehen. BewohnerInnen berichten, dass ihnen dabei oft abgelaufene Lebensmittel angeboten werden. Das ist erniedrigend.
Dazu gehören auch die miserablen sanitären Einrichtungen: viel zu wenig Duschen und schmutzige Toiletten. Klopapier hat es nicht, es muss gekauft werden – vom Essensgeld. Die Zimmer sind klein und überbelegt. An Privatsphäre ist nicht zu denken.
Dazu gehört ebenfalls die Polizeiwillkür: Niemand weiss, wann die Polizei im Zentrum auftaucht, Kontrollen oder Razzien durchführt, jemanden verhaftet, wie am 14.12.2010 bei einer Grossrazzia. Ein Augenzeuge berichtet: "Um 08:00 Uhr morgens, die meisten Flüchtlinge haben noch geschlafen, ist die Spezialeinheit ins Zentrum eingedrungen. Die schwer bewaffneten Polizisten haben die schlafenden Männer aus den Betten getrieben, ihnen die Augen verbunden und sie geheissen sich im Korridor mit den Händen über dem Kopf auf den Boden zu legen. Geschlagene vier Stunden mussten sie mit verbundenen Augen und Hände über dem Kopf sitzen bleiben und durften weder Nahrung noch Wasser zu sich nehmen oder ihre Notdurft verrichten. Auf die grob durchgeführte Leibesvisite ist eine eingehende Durchsuchung der Zimmer gefolgt, während der die Männer mit verbundenen Augen auf dem Boden liegend sich noch immer nicht haben bewegen dürfen. Um ca. 15:00 Uhr ist die Spezialeinheit wieder abgezogen.“ Solche Praktiken greifen die menschliche Integrität an.
Ausserhalb des Zentrums riskieren die NothilfebezügerInnen Verzeigung und Busse wegen illegalem Aufenthalt. Bussgelder, die keiner bezahlen kann, die sich mit der Zeit summieren – und irgendwann in Haft umgewandelt werden.
Und dazu gehören auch die schikanösen Meldepflichten: Im Sachabgabezentrum Brünig müssen die BewohnerInnen jeden morgen auf einem Kontrollblatt unterschreiben, sonst verlieren sie den Anspruch auf Essensgeld und Schlafplatz. Diesen Sommer wollte die Zentrumsleitung gar einführen, dass abends ein zweites Mal unterschrieben werden muss. Gegen diesen Kontrollwahn haben sich die Bewohner jedoch erfolgreich gewehrt.
Geregelte «Illegalität»
An den Sachabgabezentren – oder Minimalzentren, wie sie in anderen Kantonen heissen – lässt sich zeigen, dass ein ganz neues Kontrollregime am Entstehen ist: eine Art geregelte «Illegalität». Die Betroffenen haben zwar keinen geregelten Aufenthalt, halten sich also laut Gesetz «illegal» in der Schweiz auf – und doch ist die staatliche Kontrolle und Überwachung umfassend. Dabei arbeiten die Zentrenbetreiber Hand in Hand mit Polizei und Behörden. Sie wissen genau, wer wann anwesend ist und leiten dies im Falle einer Anfrage der Polizei nur zu gerne weiter.
Der Widerspruch liegt darin, dass die Betroffenen aufgrund der Situation im Herkunftsland nicht zurückgewiesen werden können (z.B. wegen der prekären Sicherheitslage wie im Iran, im Irak oder in vielen afrikanischen Länder), ihnen hier aber das Recht nicht zugesprochen wird, arbeiten und in Würde leben zu können. Solche Widersprüche ziehen sich durch die gesamten ausländer-, asyl- und integrationspolitischen Regelungen durch.
Unsere Antwort: unbedingte Solidarität
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich
geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein
Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
(Martin Niemöller, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus)
Dieser Text wurde durch den Pfarrer Martin Niemöller bekannt. Er wurde 1937 von den Nazis ins Lager in Sachsenhausen interniert, später, 1941, ins Lager von Dachau. Er wurde mit dem Ende des Naziregimes 1945 befreit. Dieses Gedicht verweist auf eine dunkle und tragische Zeit der Geschichte, unterschiedlich zur heutigen Zeit.
Trotzdem besitzt das Gedicht Aktualität: Wer schweigt, wer die Augen und Ohren verschliesst vor der brutalen Verletzung von Rechten an Menschen – und besonders der sogenannten „Ausländer_innen“: der Migrant_innen, mit oder ohne Papiere und ihren in der Schweiz geborenen Kinder –, der verzichtet auf die Verteidigung von demokratischen und sozialen Rechten aller Menschen.
Solidaritätsarbeit und der Versuch, eine breit abgestützte Basisbewegung gegen das Nothilferegime aufzubauen, ist unter diesen Umständen nicht einfach. Aber gerade weil die Umstände schwierig sind, ist diese Arbeit an der Basis wichtig und entscheidend: Denn gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ist das Prinzip der Solidarität unsere notwendige und kraftvolle Antwort.
Erfolgreiche Protestkundgebung vor dem Regionalgefängnis Bern gegen Ausschaffung von schwangeren Frauen
Die beiden schwangeren Frauen, die Anfang letzter Woche in Ausschaffungshaft genommen wurden, sind frei gelassen worden. Jedoch droht ihnen Ende dieses Monat eine Zwangsausschaffung mit einem Sonderflug nach Kamerun.
Heute Vormittag haben 60 bis 80 Personen vor dem Regionalgefängnis Bern gegen die drohende Zwangsausschaffung von zwei schwangeren Frauen protestiert. Zahlreiche Organisationen haben diese Kundgebung unterstützt und Stellung bezogen. Eine Auflistung der unterstützenden Organisationen und die abgehaltenen Redebeiträge finden Sie im Anhang.
Marie-Helene E. (5. Schwangerschaftsmonat) und Aimé-Mireille D. (6. Schwangerschaftsmonat) – beide abgewiesene Asylsuchende aus Kamerun – waren über eine Woche lang im Regionalgefängnis Bern in Ausschaffungshaft. Gestern Dienstag wurden sie von der Polizei nach Zürich an den Flughafen gebracht, damit sie ihre sogenannte „freiwillige“ Rückkehr antreten sollten. Die beiden Frauen haben sich gegen diesen ersten Ausschaffungsversuch erfolgreich gewehrt, obwohl sie von den Behörden massiv unter Druck gesetzt wurden. Man setzte sie allerdings darüber in Kenntnis, dass noch innerhalb dieses Monates eine Zwangsausschaffung mit Sonderflug nach Kamerun ansteht.
Nach diesem ersten missglückten Ausschaffungsversuch wurden die zwei Frauen gestern Abend nach Bern zurückgebracht und vorübergehend frei gelassen.
Den zwei schwangeren Frauen droht nun eine Zwangsausschaffung. Die Ausschaffung mit Zwangsmassnahmen bedeutet eine vollumfängliche Fesselung und eine Sichtverwehrung durch einen Helm, der Ähnlichkeiten mit einem Maulkorb aufweist. Erwiesenermassen führen die Umstände einer Zwangsausschaffung zu hohen Stresszuständen und psychischen sowie physischen Belastungen. Dies ist ein unzumutbares Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind!
Weitere Frauen aus Kamerun befinden sich in verschiedenen Gefängnissen in der ganzen Schweiz in Ausschaffungshaft. Damit erhärtet sich der Verdacht auf einen bevorstehenden Sonderflug durch den Frauen aus der ganzen Schweiz zur Rückkehr nach Kamerun gezwungen werden.
Mit der Inhaftierung und der Ausschaffung von schwangeren Frauen erreicht die Schweizerische Asylpraxis einen weiteren Höhepunkt an Skrupellosigkeit und an Menschenverachtung. Die Bleiberecht-Kollektive verurteilen diese Praxis!
Wir sagen NEIN zu Ausschaffungen von schwangeren Frauen! Wir sagen NEIN zu ALLEN Ausschaffungen!
Medienmitteilung zur Protestkundgebung vom 17.11.2010 und Solidaritätskundgebungen
Presse:
- DerBund: Protest gegen die Ausschaffung von schwangeren Frauen
- Berner Zeitung: Protest gegen die Ausschaffung von schwangeren Frauen
- Unia News: Schwangeren Frauen droht Ausschaffung mit Zwangsmassnahmen
- Radio RaBe: Schwangere Frauen werden ausgeschafft
- RSR: Interview
Fotos von der Protestkundgebung
Stellungnahme der Bleiberecht-Kollektive Schweiz anlässlich der Protestkundgebung vom 17.11.2010 vor dem Regionalgefängnis Bern
Nein zur Zwangsausschaffung von schwangeren Frauen!
Marie-Helene E. (5. Schwangerschaftsmonat) und Aimé-Mireille D. (6. Schwangerschaftsmonat) – beide abgewiesene Asylsuchende aus Kamerun – waren über eine Woche lang im Regionalgefängnis Bern in Ausschaffungshaft. Gestern Dienstag wurden sie von der Polizei nach Zürich an den Flughafen gebracht, damit sie ihre sogenannte „freiwillige“ Rückkehr antreten sollten. Die beiden Frauen haben sich gegen diesem ersten Ausschaffungsversuch erfolgreich gewehrt, obwohl sie von den Behörden massiv unter Druck gesetzt wurden. Sie wurden allerdings darüber in Kenntnis gesetzt, dass noch innerhalb dieses Monates eine Zwangsausschaffung mit Sonderflug nach Kamerun ansteht.
Nach dem missglückten Ausschaffungsversuch wurden die zwei Frauen gestern Abend nach Bern zurückgebracht, wo sie seit gestern Abend frei sind.
Den zwei schwangeren Frauen droht nun eine Zwangsausschaffung. Die Ausschaffung mit Zwangsmassnahmen bedeutet eine vollumfängliche Fesselung und eine Sichtverwehrung durch einen Helm, der Ähnlichkeiten mit einem Maulkorb aufweist. Erwiesenermassen führen die Umstände einer Zwangsausschaffung zu hohen Stresszuständen und psychischen sowie physischen Belastungen. Dies ist ein unzumutbares Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind!
Weitere Frauen aus Kamerun befinden sich in verschiedenen Gefängnissen in der ganzen Schweiz in Ausschaffungshaft. Damit erhärtet sich der Verdacht auf einen bevorstehenden Sonderflug durch den Frauen aus der ganzen Schweiz zur Rückkehr nach Kamerun gezwungen werden.
Mit der Inhaftierung und der Ausschaffung von schwangeren Frauen erreicht die Schweizerische Asylpraxis einen weiteren Höhepunkt an Skrupellosigkeit und an Menschenverachtung. Die Bleiberecht-Kollektive verurteilen diese Praxis!
Wir sagen NEIN zu Ausschaffungen von schwangeren Frauen! Wir sagen NEIN zu ALLEN Ausschaffungen!
Protestkundgebung gegen die Ausschaffung von schwangeren Frauen!
Mittwoch, 17.11. 2010, 11:00 Uhr,
vor dem Regionalgefängnis Bern
Wir rufen alle schwangeren und solidarisch schwangeren Frauen und Männer, welche die menschenverachtende Asylpraxis und AusländerInnenpolitik verurteilen, dazu auf, an der Protestkundgebung teilzunehmen. Nehmt bitte ein Kissen oder Stoff etc. mit, um symbolisch eine Schwangerschaft darzustellen. Eure Bäuche könnt ihr dann mit gelbem Klebeband "AUSGESCHAFFT" einwickeln.
*Diese Kundgebung wird durch folgende Organisationen unterstützt (Stand 16.11.2010):
Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel, Augenauf Bern, BastA! (Mitglied der Grünen Partei Schweiz), Bleiberecht Kollektive Bern, Lausanne, Basel, Fribourg, Zürich, cfd – die feministische Friedensorganisation, Demokratische Juristinnen und Juristen Schweiz, Föderation Irakische Flüchtlinge Schweiz, Frauenhaus Biel, Grüne Kanton Bern, Junge Alternative JA!, Junge Grüne Bern, Karakök Autonome, Marche mondiale des femmes Schweiz, Regionalkomitee 2xNein zu Ausschaffungsinitiative und Gegenvorschlag Bern und Basel, Solifonds, Solidarité Sans Frontières, Solidaritätsnetz für Menschen ohne geregelten Aufenthalt Basel, Solidaritätsnetz Sans-Papiers Bern, Solidaritätsnetz Zürich, Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich SPAZ, Unia Schweiz Bereich Migration, Unia Schweiz IG Frau, Union der ArbeiterInnen ohne geregelten Aufenthalt, Verein für die Rechte illegalisierter Kinder, vpod Frauenkomission.
Bleiberecht - Veranstaltung: Nothilfe - zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben!
Mittwoch, 20. Oktober 2010, 19:30 UhrDas Kollektiv "Bleiberecht für Alle" informiert über die kantonale Nothilfepraxis und betroffene Menschen erzählen von ihrem Leben und ihren Erfahrungen in den Nothilfezentren im Kanton Bern.
Solidaritätskundgebung 11.9.2010, 17:00 Uhr
STOPP AUSSCHAFFUNGEN –
BLEIBERECHT FÜR ALLE!
Vergangenen Sonntag sollte N., Mitglied des Bleiberecht Kollektivs Bern, nach Kongo Kinshasa ausgeschafft werden. So zumindest die Absichten der schweizerischen Migrationsbehörden. Die Pläne der Behörden wurden jedoch durch das Eingreifen des Bleiberecht Kollektivs durchkreuzt. Unserem Kollektiv gelang es den Wagen des Securitas Unternehmens, in dem N. vom Regionalgefängnis Bern zum Flughafen Zürich transportiert werden sollte, zu blockieren. Bleiberecht Bern wertet die Aktion als einen Erfolg gegen die menschenunwürdige Praxis der Ausschaffung und ruft dazu auf, den unmenschlichen Ausschaffungsverfahren mit zivilem Ungehorsam entgegen zu treten. Einem zweiten Mitglied des Bleiberecht Kollektivs Bern droht die baldige Ausschaffung nach Afghanistan. N. wurde gestern vorübergehend aus der Haft entlassen, während zwei weitere Kongolesinnen immer noch im Regionalgefängnis Bern auf ihre drohende Ausschaffung warten. Ausschaffungen bedeuten für die betroffenen Menschen eine enorme psychische und physische Belastung. Unter Androhung von Beugehaft und Zwangsausschaffungen, welche sogar zum Tode führen können, wird von behördlicher Seite massiver Druck auf die Betroffenen ausgeübt.
Die Behörden rechtfertigen die Ausschaffungen mit der „sicheren“ Situation in den jeweiligen Ländern für die Auszuschaffenden. Dabei wird von „Save Countries“ gesprochen. Krieg, Vergewaltigungen und Verschleppungen in diesen Ländern gehören jedoch zur Tagesordnung. Dies spiegelt sich auch in den Reiseempfehlungen zum Beispiel zu Afghanistan des EDA wieder :
„Im ganzen Land besteht das Risiko von Terroranschlägen, Entführungen, Raubüberfällen, Landminen und Blindgängern. In verschiedenen Landesteilen bekämpfen ausländische und afghanische Truppen Verbände der Taliban“.
In der aktuellen Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe werden diese Einschätzungen bestätigt:
„Für die meisten Menschen in Afghanistan hat sich weder die Sicherheitslage noch der Zugang zu Arbeit, Gesundheit und Bildung wesentlich verbessert“.
Auch die Kongolesinnen erwarten laut Schweizerischer Flüchtlingshilfe in der D.R. Kongo katastrophale Lebensbedingungen. In Teilgebieten des Kongos sei die Lage für Frauen prekär:
„In ländlichen Gebieten überfallen regelmässig Bewaffnete Dörfer und verschleppen dabei Frauen und Mädchen, die in den Milizen-Lagern oft über Tage und Wochen grausam vergewaltigt und mit Gegenständen im Genitalbereich verletzt werden. Gleichzeitig müssen Mädchen und Frauen stets damit rechnen, bei der Feldarbeit vergewaltigt zu werden.(...) Täter gehen in den meisten Fällen straffrei aus.“
Unabhängig von der Situation in den jeweiligen Herkunftsländern, kritisiert Bleiberecht Bern die schweizerische Ausschaffungspraxis als menschenverachtend. Die Ausschaffungspraxis ist eine der extremsten Formen von staatlicher Gewalt. Die Furcht, ausgeschafft zu werden, prägt den Alltag der Sans-Papiers. Die schweizerische Migrationspolitik treibt Menschen in die Illegalität. Sans-Papiers in den Nothilfe- und Durchgangszentren führen jahrelang eine unmenschliche Existenz ausserhalb der Gesellschaft, ohne Arbeitsbewilligung, ohne Bildungsmöglichkeiten, ohne Krankenversicherung. Sie haben keine Perspektive, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihr Leben frei zu gestalten. Der illegale Aufenthaltsstatus verhindert, dass die Sans-Papiers ihre Menschenrechte wahrnehmen können und setzt sie dadurch der Behördenwillkür aus. Nur eine kollektive Regularisierung ermöglicht, den Sans-Papiers ein menschenwürdiges Leben ohne ständige Furcht vor behördlicher Repression. Das Bleiberecht Kollektiv Bern fordert daher nicht nur einen sofortigen Stopp aller Ausschaffungen, sondern auch eine kollektive Regularisierung aller Sans-Papiers in der Schweiz!
Bleiberecht Bern blockiert Ausschaffung – Aufruf zu Solidaritätskundgebung
Diese Umstände veranlassen das Bleiberecht Kollektiv zu einer spontanen Protestkundgebung am kommenden Samstag 11.9.2010, um 17 Uhr vor dem Regionalgefängnis Bern aufzurufen.
Die schweizerische Migrationspolitik treibt Menschen in die Illegalität. Sans-Papiers in den Nothilfe- und Durchgangszentren führen jahrelang eine unmenschliche Existenz ausserhalb der Gesellschaft, ohne Arbeitsbewilligung, ohne Bildungsmöglichkeiten, ohne Krankenversicherung. Sie haben keine Perspektive, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihr Leben frei zu gestalten. Nur eine kollektive Regularisierung ermöglicht, den Sans- Papiers ein menschenwürdiges Leben ohne ständige Furcht vor behördlicher Repression. Das Bleiberecht Kollektiv Bern fordert daher nicht nur einen sofortigen Stopp aller Ausschaffungen, sondern auch eine kollektive Regularisierung aller Sans-Papiers in der Schweiz!
Frauenhandel in der Schweiz - wie sieht der Opfer-Schutz aus?
Welche Möglichkeiten haben Betroffene, um mit rechtlichen Schritten gegen ihre Zuhälter vorzugehen, Härtefallgesuche zu stellen oder Opferhilfe in Anspruch zu nehmen?
Doro Winkler, Öffentlichkeitsbeauftragte der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, spricht über die aktuelle Situation, die Rechtslage, die Rolle der Schweiz, der EU und der Gesellschaft, über die Grenzen ihrer eigenen Arbeit, die Vorgehensweise bei der Ausschaffung betroffener Frauen und über die Situation von Frauen ohne legalen Aufenthaltsstatus.
Eine Veranstaltung des Bleiberecht-Kollektivs Bern
NigeranerInnen in der Schweiz - wie weiter?
Kurz nach dem Tod eines Nigerianers bei einer versuchten Zwangsausschaffung im März, lancierte der Chef des Bundesamtes für Migration eine rassistische Kampagne gegen NigeranerInnen, indem er behauptete, (fast) alle seien kriminell. Damit wird zum Einen vom brutalen Umgang mit abgewiesenen Asylsuchenden abgelenkt und zum Anderen werden Vorurteile aufgebaut und systematisch zementiert. Interessante und wichtige Fragen bleiben dabei auf der Strecke: Wieso kommen NigerianerInnen in die Schweiz? Wie leben sie hier? Welche Probleme und Vorurteile belasten die Beziehungen zwischen Nigeria und der Schweiz und wie sieht die Zukunft aus?Die Informationsveranstaltung will versuchen diese Fragen zu diskutieren und andere Sichtweisen auf die Ereignisse der vergangenen Wochen zu geben.
Die Gäste sind Alexandra Geiser von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH und Celeste Ugochukwu, Jurist und Präsdident der Nigerian Diaspora Organisation, sowie des nigerianisch-schweizerischen Wirtschaftsforums.
Die Veranstaltung findet am Freitag, 4. Juni 2010, 19 Uhr im Aki, Alpeneggstrasse 3012 Bern, statt.
(Lageplan siehe pdf).
Flyer
Die Pizzas von Molino
Rassendiskriminierung mit NachgeschmackDas Menu, welches sie uns – ihren Angestellten – aufgetischt hat, ist uns im Hals stecken geblieben:
Ein Konzept «100% Italiener»
Zum Hauptgang
Die Entlassung von 11 tadellosen Mitarbeitern in Fribourg
Zum Dessert
Die Entlassungen werden durch die 'falsche' Nationalität der Arbeiter gerechtfertigt.
Die Molino AG verletzt so zugleich die Gesetze, welche die Arbeitnehmer schützen, als auch die Rassismusstrafnorm, welche die Rassendiskriminierung verbietet.
Das entlassene Arbeiterkollektiv in Friburg hat nach ihrer Entlassung eine Medienmitteilung geschrieben. Am 12. Februar fanden in den Städten Fribourg, Bern, Genf und Zürich Protestaktionen gegen die Entlassungspolitik von Molino statt.
Wir verurteilen die Politik der Rassendiskriminierung des Restaurants Molino AG gegen seine Angestellten. Das molino ist eine italienische Restaurantkette in Fribourg und in der ganzen Schweiz. Sie besitzt 17 Restaurants in der ganzen Schweiz und gehört der Investmentgesellschaft Athris Holding AG (ehemalige Jelmoli AG) an. Das Menu, welches uns - ihren Angestellten - aufgetischt hat, ist uns im Hals steckengeblieben: Die Leitung von Molino AG hat vor etwas mehr als einem Jahr entschieden, nur noch Personal mit italienischer Nationalität anzustellen. In ihrer Filiale in Fribourg hat sie nach und nach alle Angestellten entlassen, angefangen bei denen, die aus aussereuropäischen Ländern stammen. Elf Arbeiter sind aufgrund ihrer Herkunft innerhalb eines Jahres entlassen worden. Zehn kommen aus Ländern ausserhalb der Europäischen Union. Einige arbeiteten seit mehr als zehn Jahren bei Molino, ohne ihre Überstunden zu zählen. Sie sind durch Arbeiter ersetzt worden, die frisch aus Italien rekrutiert wurden. Diese Politik der Auswahl der Angestellten nach ihrer Herkunft wird von Molino AG öffentlich propagiert und in der ganzen Schweiz praktiziert (ähnliche Fälle sind in Bern bekannt). Damit verletzt die Leitung wissentlich die Gesetze zum Schutz der ArbeiterInnen sowie das Verfassungsprinzip gegen die Diskriminierung, welches im Art. 8, Abs. 2 der Bundesverfassung verankert ist.
Wir, die aufgrund unserer Herkunft durch dieses Unternehmen entlassenen Arbeiter, sind der Überzeugung, dass diese Politik inakzeptabel ist. Die Molino AG hat unsere Würde mit den Füssen getreten. Und ihre Politik kann nur katastrophale soziale Folgen mit sich ziehen.
Wir verurteilen dieses Unternehmen öffentlich mit einer Aktion am Freitag, den 12. Februar 2010 um 12 Uhr vor dem Molino in Fribourg. Diese Aktion wird in anderen Kantonen (Genf, Bern, Zürich) unterstützt. Wir zeigen die Molino AG der eidgenössischen Kommission gegen Rassismus an und fordern, dass sie mit ihrer Diskriminierungspolitik aufhört und die betroffenen Arbeiter entschädigt.
Das entlassene Arbeiterkollektiv des Molino

Immer noch da, immer noch ausgegrenzt
Filme zur Bleiberechtkampagne
mit anschliessender Diskussion mit VertreterInnen der verschiedenen Bleiberechtskollektiven der Schweiz
Donnerstag 10. Dezember 2009
(Tag der Menschenrechte)
20 Uhr, Kino Reitschule, Bern
Bleiberecht jetzt! - Die Besetzung der Predigerkirche Zürich im Winter 2008/2009 (Dokumentarfilm, 30min, Schweiz 2009
Anschliessend an die beiden Filme: Diskussion über die heutige Situation der Bleiberechtskampagne mit VertreterInnen aus verschiedenen Bleiberechtskollektive der Schweiz.
Im Januar 2007 trat das verschärfte Asyl- und Ausländerrecht in Kraft. Die Neuerungen bedeuten eine weitere Verschlechterung der Lebensbedingungen von Sans-Papiers und Flüchtlingen. Dagegen begannen sich die betroffenen MigrantInnen und solidarische UnterstützerInnen zu wehren. So wurde kurz vor Weihnachten 2007 die Bleiberechtskampagne mit einer symbolischen Besetzung des Grossmünsters in Zürich eröffnet. In Folge entstanden in verschiedenen Städten Bleiberechtskollektve, die mit Protestaktionenn auf die Situation aufmerksam machten und für eine andere Migrationspolitik kämpfen.
Der Film "Die Bleiberechtskampagne" porträtiert sechs verschiedene Aktionen der Bleiberechtskollektive in Zürich und Bern im Zeitraum von Dezember 2007 bis Frühling 2009.
"Bleiberecht jetzt" dokumentiert die Besetzung der Predigerkirche in Zürich vom 19. Dezember 2008 bis am 7. Januar 2009.
Die anschliessende Diskussion soll Einblick in die heutige Situation der Bleiberechtskampagne geben und einen Ausblick auf weitere Formen und Möglichkeiten gegen die heutige Migrationspolitik generieren.











