Demo: Asylbusiness stoppen - ORS AG raus!
Heute, 5. Mai 2012, demonstrierten rund 300 Personen gegen die ORS AG und die menschenverachtenden Zustände im Asylbunker Hochfeld im Berner Länggassequartier. Unter den Demonstrierenden fanden sich zahlreiche Bewohner des Asylbunkers.
Die gewinnorientierte Aktiengesellschaft ORS AG hat vom Kanton Bern den
Auftrag erhalten, in der unterirdischen Zivilschutzanlage unter der
Turnhalle des Schulhauses Hochfeld bis zu 160 Asylsuchende
unterzubringen.
Darunter sind Asylbewerber im laufenden Verfahren, wie auch Abgewiesene. Männer, Frauen und Kinder teilen sich sechs Räume mit je 27 Pritschen.
Es besteht keine Kochgelegenheit und ständig patrouilliert die
Securitas. Das Leben gleicht dem von Gefangenen, dabei ist die
Unterbringung im Hochfeld nicht die Folge einer Straftat, sondern die
vom Kanton gewählte Behandlung von Menschen mit einem laufenden
Asylverfahren.
Im Konkurrenzkampf um den Leistungsauftrag im Hochfeld verdrängte die
ORS die Heilsarmee Flüchtlingshilfe. Die ORS AG verspricht eine
effizientere Zusammenarbeit mit dem Migrationsdienst und der Polizei und
garantiert dem Kanton Bern die totale Loyalität gegenüber seiner
xenophoben Asylpolitik. Doch Wirtschaftlichkeit hat im Asylbereich nichts zu suchen. Hier geht es um Menschlichkeit! Wir fordern den
Kanton auf, unverzüglich für eine angemessene Unterbringung der
Asylsuchenden vom Hochfeld-Bunker zu sorgen!
Die grüne Grossrätin Natalie Imboden holt mit einer dringlichen Interpellation von der Regierung Auskunft darüber, wie eine menschenwürdige
Unterbringung von Asylsuchenden zu gewährleisten sei. Gegenstand dieser
Anfrage sind unter anderem der genaue Leistungsauftrag der ORS AG im
Kanton Bern und die Kriterien für die Vergabe von Aufträgen im
Asylbereich.
Das «Komitee gegen Fremdenhetze & Asylbusiness», das die heutige
Demonstration organisiert hat, besteht aus Solidarité sans
frontières (Sosf), Attac Bern, Alternative Linke Bern (AL), Debatte Forum, Bleiberecht Bern und Augenauf Bern.
Willst du über die Aktionen des Komitees gegen Fremdenhetze & Asylbusiness auf dem Laufenden gehalten werden, schreibe ein Email an bern@bleiberechtfueralle.ch
Samstag, 5.Mai 2012 – Fremdenhetze und Asylbusiness stoppen!
Bund-Artikel zur morgigen Demo:
Widerstand gegen die Asylanlage im Hochfeld!
Demo gegen die ORS AG und ihren Asylbunker im Hochfeld
Wann: Samstag, 5. Mai 2012
Wo: Besammlung – 14:00 Uhr – Hirschengraben – Bern

Neuer Asylbunker
Stillschweigend hielt die ORS AG Anfang des Jahres ihren Einzug im
Kanton Bern. Die gewinnorientierte Aktiengesellschaft hat vom Kanton den
Auftrag erhalten, in der unterirdischen Zivilschutzanlage unter der
Turnhalle des Schulhauses Hochfeld bis zu 160 Asylsuchende
unterzubringen.
Fremdenfeindlicher Konkurrenzkampf
Im Konkurrenzkampf um den Leistungsauftrag im Hochfeld verdrängte die
ORS die Heilsarmee Flüchtlingshilfe. Die ORS AG verspricht eine
effizientere Zusammenarbeit mit dem Migrationsdienst und der Polizei und
garantiert dem Kanton Bern die totale Loyalität gegenüber seiner
xenophoben Asylpolitik. Mit diesem Profil setzt sich die ORS nicht nur
im Kanton Bern durch. Überall geraten Asylorganisationen unter Druck
widerstandslos mit dem repressiven Behörden zu kollaborieren und sich
aktiver an der Asylhetze zu beteiligen.
Menschenverachtende Zustände in der Sozialhilfe
Männer, Frauen und Kinder teilen sich sechs Räume mit je 27 Pritschen.
Es besteht keine Kochgelegenheit und ständig patrouilliert die
Securitas. Das Leben gleicht dem von Gefangenen, dabei ist die
Unterbringung im Hochfeld nicht die Folge einer Straftat, sondern die
vom Kanton gewählte Behandlung von Menschen mit einem laufenden
Asylverfahren. Wer einzieht, kriegt klar zu spüren, dass Asylsuchende
unerwünscht sind. Im Vergleich zu schweizer Sozialhilfebezüger_innen
werden sozialhilfeberechtigten Asylsuchenden direkt und offen
diskriminiert.
Profite auf dem Rücken der Asylsuchenden
Die ORS jährlich über 55 Millionen Franken um. Die Gewinne aus dem
Asylbusiness fliessen direkt in die Taschen von privaten Investoren. Die
Firma verstärkt damit den Trend zur Privatisierung öffentlicher
Aufgaben und Dienstleistungen. Sie lebt davon, dass dem Markt überlassen
wird, was unter demokratische Obhut gehört.
Hochfeldbunker schliessen!
ORS rauswerfen!
Staatliche orchestrierte Fremdenfeindlichkeit stoppen!
Gleichbehandlung in der Sozialhilfe!
Unterzeichnende Organisationen: Alternative Linke Bern (AL); Augenauf Bern; Attac Bern; Bleiberecht Bern; Debatte Forum; Solidarité sans frontières (SOSF)
Sonntag, 6. Mai: Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Marche
Européenne
...
aufgrund von Probleme bei der Einreise in die Schweiz, mussten die
ursprünglichen Referenten absagen. Mit dem neuen Referenten, Aliou Sow,
geht auch eine neue Veranstaltungszeit und damit ein neuer -ort einher:
Sonntag, 6. Mai 2012, 13h im Infoladen (Reitschule/Bern).
Wir
freuen uns über eine rege Beteiligung, sowie an der Demo am Samstag, 5. Mai (Fremdenhetze und Asylbusiness stoppen!, Besammlung 14.00 Uhr Hirschengraben Bern) als
auch an der Infoveranstaltung, die wir jetzt schon als sehr, sehr
spannend anpreisen dürfen!
(Erfahrungen der letzten Streiks in Frankreich, Infos zum Marsch,
Vernetzung und Solidarität in Bern)
Die
Internationale Koalition der Sans-Papiers und der
Migrant_innen (IKSM) ruft alle Einzelpersonen, Kollektive,
Sans-Papiers, Migrant_innen,
Vereine,
Gewerkschaften,
Lohnabhängigen,
Rentner_innen, Empörte, Student_innen, sozialen Bewegungen und
überhaupt
Menschen, die sich angesprochen fühlen auf, am EUROPÄISCHEN MARSCH
DER SANS-PAPIERS UND DER MIGRANT_INNEN vom 2.
Juni bis 2. Juli 2012 (in Bern vom 23.-24. Juni) teilzunehmen.
Der
Marsch soll Sans-Papiers und Migrant_innen der EU und des Schengenraums
zusammenbringen und vor das Europäische
Parlament in Strassburg führen. Wir fordern die globale Regularisierung
aller
Sans-Papiers, Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit für alle,
Bürgerschaftsrechte am Aufenthaltsort, Schutz und Respekt für
Asylsuchende,
Gewerkschaftsrechte etc.
Die
wirtschaftliche und soziale Krise erfasst in erster Linie die
prekärsten Teile
der Bevölkerung, zu der die Sans-Papiers und die Migrant_innen zählen.
Überall
in Europa antworten die Regierungen mit Sparprogrammen,
migrationspolitischem
Utilitarismus und es kommt zu rassistisch-xenophoben Auswüchsen.
Das
Überleben mit knappsten Mitteln, das kennen die Sans-Papiers und
Migrant_innen
bestens! Seit Generationen wird das Wirtschaftswachstum auf ihrem
Rücken
vorangetrieben. Besonders in Sektoren, die nicht standortverlagert
werden
können (wie dem Bau- und dem Dienstleistungssektor), werden
Sans-Papiers als
billige Arbeitskräfte angestellt. Sie bleiben dabei in prekärer Arbeit
gefangen, können jederzeit entlassen werden und sind der Willkür ihrer
Chefs
ausgeliefert.
Der
Marsch revoltiert gegen die Ungerechtigkeit und die Diskriminierung,
von denen
die ausländische Bevölkerung und prekäre Schichten von Europäer_innen
zunehmend
betroffen sind. Der Marsch versteht sich als Zeichen der Solidarität
mit der
gesamten Bevölkerung, die eine Gesellschaft zurückweist, die jenen, die
schon
viel haben, immer noch mehr und jenen, denen es mangelt, immer
weniger
zuspricht. Schliesslich ist der Marsch ein grenzensprengendes, ein
internationalistisches Projekt. Wir wollen aufzeigen, dass das Europa
des
Schengener Abkommens weit weg ist von einer emanzipatorischen
Gesellschaft.
Kontakt, Infos etc.:
bern@bleiberechtfueralle.ch
Die
Organisation dieses Marsches erfordert das Engagement verschiedenster
Personen,
gleichzeitig aber auch eine finanzielle Unterstützung, um Unterkunft,
Transport, Verpflegung u.a. zu gewährleisten. Deshalb rufen wir auch zu
finanzieller Unterstützung auf: IBAN :
CH47 0900 0000 1289 0454 0
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Sans-Papiers protestieren gegen die absurde Bussenpolitik der Kantonspolizei Bern
Abgewiesene Asylsuchende aus dem Sachabgabezentrum Aarwangen demonstrieren vor dem Polizeiposten in Langenthal gegen die absurde Bussenpolitik wegen illegalen Aufenthalts. Bild: Kathrin Holzer
BewohnerInnen des Sachabgabezentrums (SAZ) Aarwangen und das Bleiberecht-Kollektiv Bern
demonstrierten am 26. April 2012 gegen die Kantonspolizei Bern. Der Marsch begann in Aarwangen und endete beim Langenthaler Polizeiposten.
Kritisiert werden die rassistischen Einstellungen und Kontrollen, absurde
Bussen und Haftstrafen, denn die BewohnerInnen des SAZ Aarwangen werden in der Nähe des Zentrums
immer wieder durch Polizeikontrollen schikaniert. Viele solcher
Kontrollen ziehen Bussen bis zu 300.- nach sich. Der Grund für die
Bussen ist paradoxerweise der illegale Aufenthalt. Und das, obwohl die Personen vom Kanton Bern ins
Sachabgabezentrum zugewiesen wurden und in der Nähe des Zentrums
gebüsst werden. Die Höhe dieser Bussen und die Regelmässigkeit mit
welcher die Kontrollen stattfinden, lassen darauf schliessen, dass die
Flüchtlinge, insbesondere jene mit schwarzer Hautfarbe gezielt
schikaniert werden.
Mit einem offenen Brief richtete sich das Bleiberecht-Kollektiv Bern bereits an
Regierungsrat Käser, welcher die Sinnlosigkeit solcher Kontrollen
anerkannte. Bisher kam es jedoch
seitens der Kantonspolizei nicht zu einer Änderung dieser Praxis. Das Bleiberecht-Kollektiv fordert Regierungsrat Käser weiterhin auf, diese
Kontrollen zu unterbinden.
Als
Protest gegen Geldstrafen, die die mittellosen NothilfebezügerInnen
wegen "illegalem Aufenthalt" erhalten, wurde vor dem Langenthaler
Polizeiposten Reis im Wert über hundert Franken deponiert. Weiter haben die BewohnerInnen des SAZ und das Bleiberecht-Kollektiv auch den
Polizeibehörden einen offenen Brief mit 27 Unterschriften überreicht.
Die anwesenden Polizisten waren allerdings nicht bereit, die Sans-Papiers
anzuhören. Nach zwei Stunden kam der
Chef der Regionalpolizei, Christian Sieber angereist, welcher versprach, die
Vorwürfe zu prüfen und den Breif zu beantworten.
Medienmitteilung und offener Brief an die Kantonspolizei Bern
Aufruf zum Europäischen Marsch der Sans-Papiers und Migrant_innen!
Die Internationale Koalition der Sans-Papiers
und der Migrant_innen (IKSM) ruft vom 2. Juni bis 2. Juli 2012 zum
Marsch nach Strassburg, dem Sitz des EU Parlaments.
Die Internationale Koalition der Sans-Papiers und der Migrant_innen
(IKSM) ruft alle Sans-Papiers, Migrant_innen, Kollektive, Vereine,
Gewerkschaften, Lohnabhängigen, Rentner_innen, Empörten, Student_innen,
sozialen Bewegungen, politischen Parteien und Bürger_innen auf, am
Europäischen Marsch der Sans-Papiers und der Migrant_innen teilzunehmen.
Dieser findet statt vom 2. Juni bis zum 2. Juli 2012.
Der Marsch soll Sans-Papiers und Migrant_innen der EU und des
Schengenraums zusammenbringen und vor das Europäische Parlament in
Strassburg führen. Wir fordern die globale Regularisierung aller
Sans-Papiers, Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit für alle,
BürgerInnenschaftsrechte am Aufenthaltsort, Schutz und Respekt für
Asylsuchende, für Sinti und Romas etc.
Vom 21. - 25. Juni marschieren wir in der Schweiz
Programm:
21 Juni : Eintritt in die Schweiz, Ankunft in Basel
22 Juni : Marsch über die drei Grenzen des Dreiländerecks um Basel
23 Juni : Marsch von Basel nach Bern und Demo in Bern
24 Juni : Marsch von Bern nach Wünnewil und Solidaritätscamp beim unterirdischen Asylzentrum in Wünnewil.
Erfahre mehr über den Marsch auf dem
Blog.
Für den Marsch sind wir auf Unterstützung angewiesen. Spenden oder Beiträge in Form von Materialien wie Zelte, Schlafmatten, Küchengeschirr usw. sind herzlich willkommen!
Wir haben dafür ein Konto eigens für den Marsch eingerichtet:
"Association Marche européenne des sans-papier.e.s et des migrant.e.s", 1700 Fribourg
Bankverbindung :
IBAN :
CH47 0900 0000 1289 0454 0
Um Bleiberecht Bern bei der Organisation der Marschroute durch Bern zu unterstützen könnte ihr auf folgendes Konto spenden:
Bleiberecht für alle Bern
3000 Bern
PC-60-244887-5
Vermerk: Marsch durch Bern
Vielen Dank für eure Unterstützung!
Die InfoTour von NoBorder quer durch Europa macht einen Zwischenstopp in Bern
InfoAbend
mit Apéro, Filmprojektion und Diskussionen
Sonntag,
15. April 2012
ab
19:00 Uhr
im
Infoladen der Reitschule
Das europäische Netzwerk von Personen und Kollektiven NoBorder kämpft gegen nationale und soziale Grenzen und für eine
globale Bewegungsfreiheit. NoBoder engagiert sich gegen die europäische
Immigrationskontrolle, die Militarisierung und Externalisierung der
Grenzen.
Diesen Sonntag, 15. April, beehren Mitglieder von NoBorder Lille (Frankreich) uns in Bern und informieren
über das Netzwerk, bringen Neuigkeiten aus Calais (wo
NoBorder-Aktivist_innen täglich illegalisierte Migrant_innen
unterstützen) und stellen die nächsten zwei NoBorder Camps vor
(Stockholm und Düsseldorf/Köln).
Weitere Infos:
http://noborder.org/
Stockholm
- 17-24 Juni -
http://www.noborderstockholm.org/
Düsseldorf/Cologne
- 13-22 Juli -
http://noborder.antira.info/fr
Calais:
h
ttp://calaismigrantsolidarity.wordpress.com/
Bleiberecht feiert! Nach der Überreichung der Liste von 173 Namen von
Sans-Papiers, die eine kollektive Regularisierung ihres
Aufenthaltsstatus fordern, an Bundesrätin Sommaruga und der 24 h
Besetzung der SP Schweiz ist die Bilanz durchzogen. Nichtsdestotrotz
feiern wir!
Der Dialog mit der SP geht
weiter und wir kämpfen weiter für eine kollektive Regularisierung und
für ein Bleiberecht „für alle statt für wenige“!
Kommt
zahlreich und trinkt reichlich! Trotz der Spesenentschädigung der SP
Schweiz an unseren „Besuch“ sind wir auf eure Unterstützung angewiesen,
damit Sans-Papiers weiterhin für ihre Rechte kämpfen können!
Bleiberecht "Für alle statt für wenige"!
Durchzogene Bilanz nach 24 Stunden Besetzung der SP
Heute, Mittwoch 14. März 2012 um 13:30 Uhr haben die Bleiberecht-Kollektive
Basel, Bern, Freiburg, Waadt und Zürich das besetzte Generalsekretariat der SP Schweiz
freigegeben, das sie Tags zuvor in Beschlag genommen haben.
Nach 20 Stunden Besetzung erschienen Christian Levrat und Andy Tschümperlin zur
geforderten Diskussion. Eingangs präsentierten sie sich als "Partner"
der Sans-Papiers-Bewegung. Im Gesprächsverlauf zeigte sich allerdings, dass zum
Thema Migrationspolitik bei der SP derzeit keine klaren grundrechtskonformen
Minimalpositionen vorhanden sind. So erklärte der SP Präsident den anwesenden
Sans-Papiers, dass die SP zur Forderung der kollektiven Regularisierung nicht
Stellung nehmen kann. Auch zur Forderung nach Aufhebung des Nothilferegimes
oder der Abschaffung der herrschenden Ausschaffungspraxis habe die Partei keine
klare Haltung. Die SP macht ihre Migrationspolitik von politischen Mehrheiten abhängig.
Auch im Innern der Partei: Deshalb forderte Levrat die prekarisierten
Sans-Papiers auf, sich an ihrer parteiinternen Migrationsdebatte zu beteiligen,
um für ihre Grundrechte und Interessen zu lobbyieren.
Eine konkrete Unterstützung der kollektiven Regularisierung der überreichten
Liste der 173 Sans-Papiers sicherte Levrat nicht zu. Er versprach lediglich
sich im gesetzlichen Rahmen der bereits üblichen Härtefallprüfung für die
Illegalisierten einzusetzen.
Auch wenn es der SP schwer fällt sich klar für ein Bleiberecht 'für alle statt
für wenige' einzusetzen, so werten wir es als kleinen Erfolg, dass die Partei
für die Reisekosten unseres "Besuchs" aufkommt und unsere Position
als Basisbewegung innerhalb der Parteibasis verbreitet.
Bilder und Dokumente zur Aktion:
ge.tt/5LPetvE
SP-Parteipräsident Christian Levrat und SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin kommen nach 20 Stunden Besetzung zu einer Diskussion ins besetzte SP-Generalsekretariat
Sans-Papiers der Bleiberechtbewegung besetzen SP-Schweiz
Das besetzte SP Schweiz Büro von aussen (Spitalgasse 34 in Bern)
Seit
heute 13. März 2012, 14:00 Uhr besetzen rund 100
illegalisierte Migrant_innen und Unterstützende der
Bleiberecht-Bewegung das Generalsekretariat der SP-Schweiz in Bern.
Durch diesen Akt von zivilem Ungehorsam richten wir uns an eine der
letzten parlamentarischen Parteien, die nicht völlig von der
xenophoben SVP-Migrationspolitik vereinnahmt ist.
Die
Besetzung hat zwei Absichten:
-
Heute
Morgen haben - die nun besetzenden - Sans-Papiers der schweizweiten
Bleiberechtkollektive Bundesrätin Sommaruga getroffen und ihr eine
Liste von Sans-Papiers-Aktivist_innen überreicht, die ihre
kollektive Regularisierung fordern. Durch unsere Besetzung möchten
wir die SP-Schweiz ebenfalls mit unserer Forderung nach einer
kollektiven Regularisieurng der Illegalisierten konfrontieren. Wir
erhoffen uns konkrete Unterstützung in unserem Kampf um Papiere,
Würde und Anerkennung.
-
Anfang
des Jahres hat der SP-Parteipräsident Levrat eine parteiinterne
Debatte rund um Probleme des inner-europäischen Personenverkehrs
angerissen. Es geht um nichts weniger als die zukünftigen
migrationspolitischen Ausrichtungen der SP Schweiz. Durch unsere
Besetzung möchten wir unsere Anliegen aktiv zur
Diskussion stellen und Position beziehen.
Wir freuen uns über Unterstützung jeglicher Art!
Die
besetzenden Bleiberechtkollektive
Zürich,
Basel, Bern, Lausanne und Fribourg
Weitere
Dokumente zur Aktion zum runterladen:
ge.tt/5LPetvE
Illegalisierte treffen Bundesrätin Sommaruga und fordern kollektive Regularisierung
Heute, Dienstag 13. März 2012 reisen über 70 Sans-Papiers nach Bern. Um 10:30 Uhr
trifft sich Bundesrätin Sommaruga mit einer Sans-Papiers Delegation der
Bleiberechtsbewegung. Das Treffen im Bundeshaus West dient der Abgabe einer
Liste von über hundert Sans-Papiers mit der Forderung nach einer kollektiven
Regularisierung.
Seit Jahren
mobilisieren sich Sans-Papiers, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Leider
hat sich die Lage der Sans-Papiers seit den ersten Kirchenbesetzungen 2000/01
jedoch verschlechtert. In den letzen Jahren ist es angesichts der politischen
Entwicklungen und den entsprechend rechtsbürgerlichen Vorstehenden des EJPD unmöglich
geworden, die Forderung nach einer kollektiven Regularisierung der Sans-Papiers
nachzukommen und für die Einhaltung der Artikel 13 und 14 der Allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte einzustehen. Mit Bundesrätin Sommaruga steht
erstmals seit langem eine Sozialdemokratin an der Spitze des EJPD. Dies sollte
es ermöglichen, die Forderung nach einer kollektiven Regularisierung und ihre
Umsetzung anzugehen.
Dass sich der
Bundesrat direkt mit Sans-Papiers austauscht, ist selten. Das Treffen am 13.
März 2012 kam aufgrund des Druckes von
unten zustande und stellt eine Anerkennung des politischen Widerstandes der
Bleiberechtbewegung dar.
Asylbusiness stoppen - ORS AG rauswerfen
Erste Strategiesitzung
am Montag 19. März 2012 um 19:00 Uhr in der Brasserie Lorraine
Stillschweigend hielt die
ORS AG Anfang des Jahres ihren Einzug im Kanton Bern. Die
gewinnorientierte Aktiengesellschaft hat vom Kanton den Auftrag
erhalten, in einer unterirdischen Zivilschutzanlage an der
Hochfeldstrasse 44a im Länggasse-Quartier Asylsuchende
unterzubringen.
In der Anlage teilen sich
bis zu 80 Männer, Frauen und Kinder drei Räume mit je 27 Pritschen.
Es besteht keine Kochgelegenheit, das Essen wird von extern
zugeliefert. Im und um den Bunker patrouilliert die ebenfalls private
Sicherheitsfirma Securitas. Das Leben gleicht dem von Gefangenen,
dabei ist die Unterbringung nicht die Folge einer Straftat oder eines
richterlichen Entscheides, sondern die vom Kanton gewählte
Behandlung von Menschen mit einem laufendem Asylverfahren. Wer
einzieht, kriegt klar zu spüren, dass Asylsuchende den
Schweizer_innen nicht gleichgestellt sind. Alles ist darauf angelegt,
die Asylsuchenden zum „freiwilligen“ Weiterreisen oder
Untertauchen zu motivieren. So werden in der Länggasse Menschen, die
auf der Suche nach einer Zukunft in die Schweiz gekommen sind, unter
dem Boden weggesperrt und als Menschen zweiter Klasse abgestempelt.
Seit bald 20 Jahren
bereichert sich die ORS AG auf Kosten der Asylsuchenden. Mit
staatlichen Aufträgen im Asylbereich setzt die Firma jährlich über
55 Millionen Franken um. Der Bund setzt seit Jahren auf die ORS AG:
Sie betreibt sämtliche Bundeszentren, so auch dasjenige auf dem
Jaunpass. Zunehmend wird die Privatfirma nun auch vom Kanton
engagiert. Im Konkurrenzkampf um den Leistungsauftrag für das
Zentrum im Hochfeld verdrängte die ORS AG z.B. das Hilfswerk
Heilsarmee. Die ORS AG ist billig, verspricht eine effiziente
Zusammenarbeit mit dem Migrationsdienst und der Polizei und
garantiert dem Kanton die totale Loyalität gegenüber den
Zermürbungstechniken des herrschenden Asylregime (materielle Armut;
Bildungs- und Arbeitsverbot; Nothilfe für Abgewiesene; permanente
Polizeirepression; Zwangsausschaffungen).
Das Bleiberecht-Kollektiv
Bern will gegen den Entscheid Regierungsrates vorgehen und die ORS AG
aus dem Kanton Bern wieder raushaben:
-
Die Firma erzielt
ihre Profite auf dem Rücken der Asylsuchenden
-
Die Firma ist total
Loyal gegenüber dem herrschenden Asylregime und kollaboriert
widerstandslos mit dem repressiven Behörden.
-
Die Firma verstärkt
den gesellschaftlichen Trend zur Privatisierung öffentlicher
Aufgaben und Dienstleistungen. Sie lebt davon, dass dem Markt
überlassen wird, was unter demokratische Obhut gehören würde.
-
Nur eine
Organisation wie die ORS AG wird Willens sein, Sommarugas
Vorstellungen zentralisierter geschlossener Asyllager Realität
werden zu lassen.
Um gemeinsam einen
Widerstand zu entwickeln, ruft das Bleiberecht-Kollektiv Bern zu
einer breiten für alle interessierten Personen und Organisationen
offenen Sitzung auf.
Montag
19. März 2012 von 19:00-22:00 Uhr
Brasserie
Lorraine – Saal im 1. Stock
Berner Regierung anerkennt Missstände im Nothilferegime
Eine
Delegation des Bleiberecht-Kollektivs Bern traf sich am 2. März 2012 mit Regierungsrat
Hans-Jürg Käser, um über die menschenunwürdige Situation im Nothilfe-Regime zu
sprechen. Aufgrund des Gespräches anerkennt Regierungsrat Käser die vom
Kollektiv dargelegten gravierenden Missstände und verspricht, diese zu beheben.
Die Mitglieder des Bleiberecht-Kollektivs richteten ihre Beschwerde an
Regierungsrat Käser und den Migrationsdienst des Kantons Bern in Form eines
offenen Briefes, nachdem die Leitung des Zentrums Eschenhof wiederholt die
Versammlungsfreiheit innerhalb der Räumlichkeiten des Zentrums verwehrte und
ein Mitglied des Bleiberecht-Kollektivs vom Zentrum weggewiesen wurde. Der
offene Brief führte schliesslich zum Treffen.
Am Gespräch kam Regierungsrat Käser konkreten Forderungen des
Bleiberecht-Kollektivs nach, welche die uneingeschränkte Gewährleistung der
Versammlungsfreiheit in den Zentren, die Abschaffung der Polizeikontrollen in
Nähe der Sachabgabezentren sowie eine grosszügigere Auslegung der
Präsenzkontrolle im Zentrum Eschenhof verlangen. Des Weiteren soll die
Einführung einer Bargeldauszahlung an Stelle einer Sachabgabe überprüft werden.
Dadurch würde der Kanton Bern dem Beispiel des Kantons Zürich folgen.
Auch wenn diese Zugeständnisse von Regierungsrat Käser die Grundsatzproblematik
der Berner Nothilfepraxis ungelöst lässt, wertet das Bleiberecht-Kollektiv Bern
die heutigen Ergebnisse als Teilerfolg im Widerstand gegen das
menschenunwürdige Nothilferegime. Wir erwarten, dass Regierungsrat Käser seinen
Worten nun auch konkrete Taten folgen lässt.
Die Delegation des Bleiberecht-Kollektivs mit Regierungsrat Hans-Jürg Käser
Hungrig nach mehr Rechten!
Am 2. März 2012, kommenden Freitag, trifft sich Regierungsrat Käser um 15.30 Uhr mit einer Delegation des Bleiberecht-Kollektivs Bern, um mit ihm über die menschenunwürdige Situation im Nothilfe-Regime zu sprechen.Wer die Delegation moralisch unterstützen möchte und mit dem Rest des Kollektivs Präsenz markieren will, soll um diese Zeit an die Kramgasse 20 in Bern kommen!
Unsere Forderungen an Regierungsrat Käser:
1. Versammlungsfreiheit in den Sachabgabezentren (SAZ), denn auch für abgewieseneAsylsuchende gelten Grundrechte!
2. Stopp den unsinnigen Polizeikontrollen (und die damit einhergehenden Bussen wegen illegalem Aufenthalt) in unmittelbarer Nähe der SAZ!
3. Wir fordern, dass Präsenznachweis im SAZ Eschenhof während der ganzen Dauer der Bürozeiten geleistet werden kann und nicht wie momentan während einer Stunde! Diese Praxis schränkt die Gestaltung unseres Alltags schwerwiegend ein!
4. Geld statt Sachabgabe - wie dies bereits in anderen Kantonen (z.B. Zürich) die Praxis ist!
5. Wir fordern grundsätzlich die Abkehr vom Nothilfe-Regime und die Wiedereinführung der Sozialhilfe - für ein menschenwürdiges Leben!
6. Wir fordern das Recht auf Arbeit!
7. Wir fordern eine kollektive Regularisierung aller Sans-Papiers!
Geplatzte Übergabe - Sommaruga lehnte es ab, die kollektive Regularisierungsliste persönlich entgegenzunehmen
Das Bleiberecht-Kollektiv in Verhandlungen mit Sommarugas Assistentin
50 Bleiberecht-Aktivist_innen hatten sich am 16. Dezember 2011 mobilisiert, um eine kollektive Regularisierungsliste mit 139 Namen von Sans-Papiers Bundesrätin Simonetta Sommaruga zu überreichen. Die genannten Sans-Papiers sind Männer, Frauen und Kinder, deren Aufenthalt als illegal erachtet wird. Sie haben sich gewagt aus dem Schatten zu treten und ihre Rechte einzufordern. Die kollektive Regularisierung ihres Aufenthaltsstatus ist ein erster konkreter Schritt, die prekäre Situation der Sans-Papiers in der Schweiz zu beheben. Sommaruga lehnte es jedoch ab, die Liste persönlich entgegenzunehmen. Unter diesen Umständen beschloss das Kollektiv, die Liste nicht abzugeben. Sommaruga soll sich persönlich mit den Sans-Papiers treffen!
Saidou Alembo wehrt sich erfolgreich gegen seine Ausschaffung
Saidou Alembo wehrt sich erfolgreich gegen den ersten Ausschaffungsversuch nach Gambia. Dabei erhielt er Rückendeckung von rund 40 solidarischen Menschen, die vor dem Ausschaffungsgefängnis Bässlergut (Basel Stadt) lauthals protestierten.
Die Berner Behörden haben Saidou Alembo von Bern nach Basel verfrachtet, nachdem seit dem 29. November 2011 täglich Mahnwachen vor dem Regionalgefängnis Bern (ReGef) durchgeführt worden waren. Dies deutet das Bleiberecht-Kollektiv als ein Zeichen, um Saidou Alembo von den restlichen Mitgliedern des Bleiberecht-Kollektivs Bern zu isolieren. Die schweizweite Vernetzung der Bleiberecht-Bewegung hat diesem Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht: Am Abend des 13. Dezembers fanden sich rund 40 Personen vor dem Ausschaffungsgefängnis Bässlergut (Basel Stadt) ein, um gegen die Ausschaffung von Saidou Alembo zu protestieren!
Sich bewusst, eine solidarische Bewegung im Rücken zu haben, die sich unerbittlich für ihn sowohl juristisch als auch politisch und öffentlichkeitswirksam einsetzt, wehrt sich Saidou Alembo erfolgreich gegen einen ersten Ausschaffungsversuch! Dies, wie er uns mitteilte, unter enormem psychischen Druck und widrigen Umständen in Ausschaffungshaft – auch im Wissen, dass ihm nun ein Sonderflug (Level 4) mit unmenschlicher Ganzkörperfesselung droht! Als Mitglied einer Oppositionspartei in Gambia kann Saidou Alembo aber unter keinen Umständen nach Gambia zurückkehren! In Kürze wird ein Widererwägungsgesuch eingereicht. Weitere Schritte des Widerstands gegen seine Ausschaffung sind in Planung!
Video zur Aktion
Am kommenden Freitag, 16. Dezember 2011, beginnt um 14.30 Uhr in Bern ein Projekt der Bleiberecht-Bewegung, an dem auch Saidou Alembo mitgearbeitet hat: Wir reichen bei Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga Listen mit Namen von Sans-Papiers ein, die es sofort zu regularisieren gilt (sog. Regularisierungslisten)! Der Protest geht weiter!
Menschenwürde achten - Jaunpassbunker schliessen!
Augenauf Bern, das Bleiberecht-Kollektiv Bern und Solidarité sans frontières haben am internationalen Tag der Menschenrechte symbolisch einen Grabstin vor der Unterkunft für Asylsuchende auf dem Jaunpass platziert. Damit soll aufgezeigt werden, dass mit der Inbetriebnahme der Armeeunterkunft als Empfangs- und Verfahrenszentrum die Menschenwürde begraben wurde.
Trauergemeinde auf dem Jaunpass - die Menschenwürde liegt hier begraben.
Mahnwache gegen Ausschaffung
Vor einigen Tagen wurde Saidou Alembo, ein Aktivist des Bleiberecht-Kollektivs Bern im Nothilfezentrum Aarwangen von der Polizei verhaftet und im Regionalgefängnis Bern inhaftiert. er soll gegen seinen Willen nach Gambia ausgeschafft werden. Mit einer Mahnwache protestieren das Bleiberecht-Kollektiv sowie verschiedene unterstützende Organisationen und Personen gegen seine Ausschaffung und kritisieren die menschenverachtende Ausschaffungsmaschinerie der Schweiz.
„Uns
reichts,
wir
leben
wie
im
Gefängnis“
Protestkundgebung
der
Bleiberechtaktivist_innen
des
Nothilfelagers
Eschenhof
Dienstag, 1.
November
2011,
14:30
Uhr,
Kramgasse
20,
Büro
von
Regierungsrat
Käser,
Polizei
und
Militärdirektion
Widerstand
im
Nothilfelager
Eschenhof
Die
Missachtung
der
Menschenwürde
und
der
Grundrechte
gehören
in
Nothilfelagern
zum
traurigen
Alltag
der
dort
lebenden
abgewiesenen
Asylsuchenden.
Empört
über
ihre
Lebensbedingungen
überreichten
Bleiberechtaktivistinnen
des
Nothilfelagers
Eschenhof
dem
Berner
Migrationsdienst
(MIDI)
am
4.
Oktober
2011
ein
Protestschreiben.
Dieses
wurde
von
38
Bewohner_innen
unterzeichnet
und
entstand
unter
er schwerten
Bedingungen.
Im
und
um
das
Lager
wurden
Versammlungen
verboten.
Es
kam
in
diesem
Zusammenhang
sogar
zur
Verhaftung
eines
auswärtigen
Bleiberechtaktivisten.
MIDI
verweigert
Gespräch
und
weist
Kritik
einseitig
zurück
Der
MIDI
hielt
es
bisher
nicht
für
notwendig
auf
die
Gesprächsbereitschaft
der
Unterzeichnenden
einzugehen.
Ohne
sich
über
die
Sichtweise
der
Bewohner_innen
informiert
zu
haben,
weist
das
MIDI
nach
einseitiger
Konsultation
der
Lagerleitung
die
wesentlichen
Forderungen
zurück.
Das
kritisierte
Lotteriesystem
bei
der
Sachabgabe,
die
täglichen
Diffamierungen,
der
Kontrollwahn
der
Lagerleitung
und
die
Missachtung
der
Privatsphäre
und
der
Versammlungsfreiheit
sind
nach
MIDI
diskussionslos
anzunehmen.
So
schreibt
der
MIDI
in
seiner
Medienmitteilung:
„Das
Sachabgabezentrum
Eschenhof
in
Gampelen
wird
ordnungsgemäss
und
gemäss
den
Vorgaben
des
Kantons
Bern
geführt.
Es
spreche
der
Leitung
das
volle
Vertrauen
aus.(18.10.2011).
Sozialhilfe
statt
Nothilfe
Die
Situation
im
Nothilfelager
Eschenhof
stellt
keine
Ausnahme
dar.
Das
Nothilferegime,
das
2004
als
Sparmassnahme
eingeführt
wurde
und
für
Personen
mit
einem
Nichteintretensentscheid
(NEE)
gilt,
ist
seit
2008
auch
für
abgewiesene
Asylsuchende
zur
perversen
Realität
geworden.
Damit
Flüchtlinge
aus
ehemals
kolonialisierten
und
weiterhin
ausgebeuteten
Staaten
ausreisen,
werden
sie
in
Nothilfelagern
in
der
Schweiz
in
einen
Status
entrechteter
Untermenschen
gedrängt.
Dabei
kann
der
Kanton
Bern
selbst
entscheiden
wie
lange
und
ob
er
diese
menschenverachtenden
Verhältnisse
aufrecht erhalten
will.
Denn
über
die
Ausgestaltung
der
Nothilfe
bestimmen
die
Kantone.
Die
Nothilfe
gehört
abgeschafft.
Abgewiesene
Asylsuchende
sollen
Sozialhilfe
und
keine
Nothilfe
erhalten.
Bleiberecht
für
alle
Der
Protest
im
Nothilfelager
Eschenhof
ist
Teil
des
breiteren
Widerstandes
gegen
die
herrschende
Migrationspolitik,
die
sich
vorwiegend
an
Geld,
Angstmacherei,
Fremdenfeindlichkeit
und
Diskriminierung
orientiert.
Im
Bleiberecht‐Kollektiv
Bern
kämpfen
abgewiesene
Asylsuchende
und
Sans‐Papiers
gemeinsam
mit
weiteren
Aktivist_innen,
die
sich
gegen
Rassismus
und
Ausbeutung
in
Bewegung
setzen.
Gemeinsame
Perspektive
ist
die
kollektive
Regularisierung
aller
Illegalisierten,
einen
Ausbau
sozialer
Rechte
und
einen
besseren
Schutz
aller
Lohnabhängigen.
Für
das
MIDI
normal,
für
uns
ein
Skandal
Auszüge
aus
dem
Protestbrief
der
Bewohner_innen
des
Nothilfelagers
Eschenhofs
:
(oder siehe weiter unten den die volle Version des Briefes)
Sach-
und
Nahrungsabgabe:
Der
Zugang
zu
Nahrungsmitteln
ist
für
uns
ein
grosses
Problem.
Das
Sortiment
im
Zentrumsladen
ist
zu
wenig
vielfältig
und
es
hat
von
einzelnen
gefragten
Produkten
nicht
genügend
im
Angebot
für
alle.
Insbesondere
mangelt
es
an
Pouletfleisch,
das
viele
von
uns
gerne
essen.
Neuerdings
wurde
ein
Lotteriesystem
eingeführt,
um
zu
bestimmen,
wer
zuerst
einkaufen
darf.
Wer
Pech
hat
und
eine
der
höheren
Nummern
zieht,
hat
nur
noch
Zugang
zu
wenigen
Produkten
des
Angebots.
Urlaub:
Wie
viele
andere
Menschen
pflegen
auch
wir
gerne
Freundschaften.
Besonders
das
Wochenende
bietet
sich
an,
um
eine
Nacht
bei
Freunden
ausserhalb
des
Zentrums
zu
verbringen.
Wer
sich
am
Freitag
vorher
nicht
abmeldet,
verliert
jedoch
den
Anspruch
auf
einen
oder
zwei
Tage
Sachabgabe.
Dies
grenzt
unsere
Spontaneität
ein
und
wir
sind
so
einer
ständigen
Kontrolle
ausgesetzt.
Präsenzlisten
unterschreiben:
Jeden
Tag
müssen
wir
zwischen
11
und
12
Uhr
Präsenzlisten
unterschreiben.
Wir
fordern
Sie
auf,
diese
Regelung
rückgängig
zu
machen
und
uns
das
Recht
zu
zugestehen,
die
Präsenzlisten
zu
Büroöffnungszeiten
(8
Uhr
bis
17
Uhr)
unterschreiben
zu
dürfen.
Privatsphäre:
Wie
alle
Menschen
brauchen
wir
eine
Privatsphäre.
Diese
ist
durch
die
Nothilfe
grundsätzlich
eingeschränkt.
Wir
fordern
das
Zentrumspersonal
um
Respekt.
Das
beinhaltet,
dass
es
früh
morgens
nicht
mehr
unangemeldet
in
unsere
Schlafräume
eindringt.
Polizei:
Nicht
selten
kommt
es
vor,
dass
die
Polizei
mit
einem
Grossaufgebot
mitten
in
der
Nacht
oder
am
frühen
Morgen
im
Zentrum
aufkreuzt
und
einzelne
Leute
in
Handschellen
in
Ausschaffungshaft
abführt.
Dabei
scheut
die
Polizei
auch
nicht
davor
zurück,
Familien
mit
Kindern
oder
Väter
in
Anwesenheit
von
ihren
Kindern
aus
dem
Schlaf
zu
reissen
und
mitzunehmen.
Keine
Diffamierung:
In
Biel
kursieren
im
Umfeld
des
Mittagstisches
Gerüchte,
dass
die
Zentrumsleitung
uns
dort
allgemein
als
Drogenhändler
und
Kriminelle
beschrieben
hat.
Falls
dies
zutrifft,
fordern
wir
Sie
auf,
Diffamierungen
dieser
Art
sofort
zu
unterbinden.
Workfare:
Wer
Workfare‐Arbeit
leistet,
erhält
seine
Entschädigung
in
Form
von
Gutscheinen
für
Denner
oder
Coop.
Wir
sehen
nicht
ein,
weshalb
wir
gezwungen
werden,
unseren
Lohn
in
einem
vorbestimmten
Laden
auszugeben.
Bitte
bezahlen
Sie
uns
Geld
aus.
Gesundheit:
Bis
anhin
war
der
Zugang
zu
einem
Arzt
oder
zum
Spital
für
uns
nicht
genügend
gewährleistet.
Erstens
finden
wir
es
nicht
angepasst,
dass
das
Zentrumspersonal,
das
nicht
speziell
auf
Gesundheitsfragen
geschult
wurde,
über
unseren
Zugang
zum
Gesundheitssystem
bestimmen
darf.
Zweitens
müssen
wir
oft
selber
für
den
Transport
zum
Arzt
aufkommen.
Öfters
kommt
es
vor,
dass
kranke
oder
verletzte
BewohnerInnen
zu
Fuss
und
ÖV
zum
Arzt
gelangen
müssen.
Ein
Transport
wird
selten
organisiert.
Duschen:
Für
sämtliche
BewohnerInnen
des
Eschenhofs
stehen
ausschliesslich
vier
Duschen
für
Männer
und
drei
Duschen
für
Frauen
zur
Verfügung.
Dies
ist
zu
wenig.
Zudem
ist
das
Wasser
entweder
feurig
heiss
oder
eiskalt.
Wir
würden
uns
freuen,
wenn
Sie
rasch
Massnahmen
einleiten,
um
etwas
an
der
Situation
zu
ändern.
Ab
22
Uhr
ist
es
uns
nicht
mehr
erlaubt
zu
duschen.
Nachbarschaft:
In
der
Nachbarschaft
des
Zentrums
wohnt
eine
Familie,
zu
welcher
wir
ein
gutes
Verhältnis
aufgebaut
haben.
Auch
haben
einige
von
uns
Bekannte
im
Zentrum
Nusshof.
Neulich
werden
diese
Kontakte
vom
Zentrumspersonal
eingeschränkt.
Auch
wir
sind
Menschen
mit
Anrecht
auf
nachbarschaftliche
Kontakte.
Wir
fordern
Sie
auf,
dies
zu
respektieren.
Versammlungs-
und
Vereinigungsfreiheit:
ZentrumsbewohnerInnen
wurde
es
durch
die
Leitung
des
Eschenhofs
untersagt,
in
Gruppen
auswärtige
Mitglieder
von
Bleiberecht
in
unseren
Räumlichkeiten
zu
empfangen.
Dieses
Verbot
widerspricht
unserem
Recht
nach
sozialen
Kontakten
und
demjenigen
nach
Selbstorganisation.
Offener Brief der BewohnerInnen des Sachabgabezentrums Eschenhof
NothilfebezügerInnen
des Sachabgabezentrums Eschenhof wehren sich gegen menschenunwürdige
Zustände im Zentrum. Letzte Massnahme der Zentrumsleitung:
Versammlungs- und Vereinigungsverbot im Zentrum.
Lotteriesystem
bei der Sachabgabe, Kollektivstrafen, Diffamierungen, Missachtung der
Privatsphäre, Einschränkung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit:
38 BewohnerInnen des Sachabgabezentrums reichten am Mittwoch, den 5. Oktober einen offenen
Protestbrief ein und fordern die Verantwortlichen auf, diese Missstände
aufzuheben. „Uns reicht es, wir leben wie im Gefängnis.“ (Zitat eines Zentrumsbewohners)
Siehe hier: Offener Brief
Die
repressiven Massnahmen im Zentrum erreichten am letzten Dienstag einen
neuen Höhepunkt: Der Bleiberechtaktivist Philippe Blanc wurde aufgrund
einer Versammlung im Zentrum von der Polizei in Handschellen abgeführt
und erhielt ein Rayonverbot.
Die
Umstände, unter welchen abgewiesene Asylsuchende in der Schweiz in der
Nothilfe leben müssen, sind schockierend und menschenunwürdig. Die
Situation im Sachabgabezentrum Eschenhof in Gampelen ist besonders
schlimm. Durch die zentrumsinterne Hausordnung und weitere Regelungen
werden grundlegende Menschenrechte missachtet. Nun wenden sich die
BewohnerInnen mit einem offenen Brief (siehe Anhang) an den
Migrationsdienst und an die zuständigen Verantwortlichen sowie an die
Leitung des Eschenhofs. Das Kollektiv Bleiberecht Bern unterstützt die
BewohnerInnen des Zentrums bei ihrem Schritt an die Öffentlichkeit. Die
Missstände im Zentrum müssen schnellst möglich behoben werden. Das
Nothilfesystem gehört abgeschafft. Weitere Organisationen wie Amnesty
International und Solidarité sans frontières wurden für eine
Unterstützung der BewohnerInnen angefragt.
Die
repressiven Massnahmen haben am Dienstag, 4. Oktober 2011, einen
Höhepunkt erreicht: UnterstützerInnen von abgewiesenen Asylsuchenden
werden kriminalisiert! Nachdem dem Kollektiv Bleiberecht schon vor
einigen Wochen Versammlungen im Zentrum verboten wurden, kam es am
Dienstag zu einer erweiterten Einschränkung des Versammlungs-
Vereinigungsrechts. Der Bleiberechtaktivist Philippe Blanc, der
einzelne BewohnerInnen in juristischen Belangen begleitet, wurde daran
gehindert, an einer Informationsveranstaltung des Migrationsdienstes
innerhalb des Zentrums teilzunehmen. Nachdem er sich anschliessend
ausserhalb des Zentrums mit einigen Zentrumsbewohnern von Bleiberecht
versammelt hatte, wurde er in Handschellen abgeführt und erhielt von
der Polizei ein grossräumiges Rayonverbot. Die Tatsache, dass im
Zentrum weder Versammlungen noch der Zugang zu juristischer Beratung
möglich sind, widerspricht dem Recht der BewohnerInnen nach sozialen
Kontakten und nach Selbstorganisation, beides Menschenrechte, die in
der EMRK ausdrücklich erwähnt und bereits vom Bundesgericht anerkannt
wurden.
MENSCHENRECHTE GELTEN AUCH IM ESCHENHOF! KEIN MENSCH IST ILLEGAL!!!
Offener Brief der BewohnerInnen des SAZ Eschenhof
Medienmitteilung der Kantons- und Militärdirektion Bern, vom 18. Oktober 2011
Hier ein Video der Sans-Papiers Demo 1. Oktober 2011 Bern
Sans-Papiers Demo 1. Oktober 2011
BLEIBERECHT FÜR ALLE – hier, jetzt und überall!
Demoaufruf 1. Oktober 2011 von Bleiberecht.
Sans-Papiers werden vom Staat produziert
Europas Grenzen wurden gegenüber der Mehrheit der Weltbevölkerung (allen Nicht-Europäer_innen) dicht gemacht, doch solange imperialistische Kriege und (post-)koloniale Unterdrückung, Gewalt, Hunger und Elend produzieren, werden Menschen migrieren. Für sie ist das Verlassen der eigenen Familie, Heimat oder Kultur keine freie Entscheidung, sondern ein Zwang. Politisch und wirtschaftlich ist die Schweiz mit ihren Machenschaften für diese Zustände mitverantwortlich.
In der Schweiz ist es für nicht-europäische Immigrant_innen fast unmöglich einzuwandern; das Ausländer_innengesetz stellt eine regelrechte Sackgasse dar. Ein langfristiges sicheres Bleiberecht gibt es für sie ausschliesslich über ein Asylverfahren, doch den restriktiven Kriterien der Genfer Flüchtlingskonvention entsprechen nur wenige Flüchtlinge. Für die meisten wandelt sich die Hoffnung auf Asyl in einen langen zermürbenden Leidensprozess. Der Weg über Nothilfe, Beugehaft, Arbeitsverbot und alltäglichen Diffamierungen endet für die meisten mit der Ausschaffung. Wer nicht von Anfang an untertaucht, wird spätestens dann dazu gedrängt. Die Schweizer Gesetze produzieren Sans-Papiers.
Sans-Papiers und Staatsrassismus
Die Schengen/Dublin-Abkommen sowie die Asyl- und Ausländer_innengesetze schaffen Kategorien von Menschen mit ungleichen Rechten. Dies führt zu Konkurrenz um Arbeitsplätze, Lohn und billige Wohnungen. Um die Konkurrenz noch weiter anzuheizen und Diskriminierungen zu legitimieren, wird mit den materiellen Ängsten der krisengeplagten Bevölkerung gespielt. Der Staatsrassismus hat einen doppelten Charakter: Von Aussen drohe die Masseneinwanderung oder der politische Islam. Als Feind von Innen wird ein Teil der ausländischen Wohnbevölkerung beschuldigt, kriminell zu sein, Missbrauch zu betreiben, die Züge zu verstopfen, die Umwelt zu belasten oder die Schweiz um ihre „nationale Identität“ zu berauben. Seitdem rassistische Vorurteile salonfähig wurden, finden nicht nur Verschärfungen des Asyl- und Ausländer_innenrechts, sondern auch offen fremdenfeindliche Volksinitiativen Mehrheiten. Durch solche Verdrehungen der Realität wird eine allgemeine und permanente Verunsicherung und Angst gefördert, was ein repressives und rassistisches Regieren ermöglicht. Gerade die Migrantinnen und Migranten werden so als „Projektionsfläche“ für sämtliches Übel missbraucht. Den Sans-Papiers im speziellen werden durch diesen systematischen Staatsrassismus elementare Grund- und Menschenrechte verwehrt!
Auf zur Demonstration für die Rechte der Sans-Papiers
1. Oktober 2011, 14.30 Uhr, Besammlung Schützenmatte Bern
Sans-Papiers sind die ersten Opfer der utilitaristischen Migrationspolitik
Für Arbeitgeber_innen sind Sans-Papiers ein gefundenes Fressen. Besonders in den Branchen Hotellerie, Reinigung, Landwirtschaft, Hausarbeit, Langzeitpflege, und für gewisse Tätigkeiten auf dem Bau – kurz: im Niedriglohnsektor – gehört die Ausbeutung von Sans-Papiers zum Alltag:
Sans-Papier sind aufgrund ihrer materiellen Situation gezwungen, zu einem Hungerlohn zu arbeiten und die schlimmsten Arbeitsbedingungen zu akzeptieren. Dies erhöht die Profite der Unternehmen und drückt die Löhne allgemein nach unten.
Bei Wirtschaftskrisen dienen Sans-Papiers als Puffer. Unkompliziert können sie als Erste entlassen werden, dafür braucht es keine Legitimation, geschweige denn einen Sozialplan.
Mit Sans-Papiers werden Erfahrungen mit der Einführung von Arbeit auf Abruf, lexiblen Arbeitszeiten, Arbeitszeitverlängerung, Taglohnsystemen, befristeten, unsicheren Anstellungen und Lohnkürzungen gesammelt. Die neuen Formen der Ausbeutung werden so im kleinen Rahmen erprobt und dann den restlichen Lohnabhängigen auf- gezwungen.
Was tun?
Es gilt, dieser Art von moderner Sklaverei entgegenzutreten. Darum fordern wir eine Migrationspolitik, die sich an Menschen und nicht wie die heutige an Geld, Angstmacherei, Ablehnung und Diskriminierung orientiert. Langfristig kämpfen wir für eine Welt ohne nationalstaatliche Grenzen und einen globalen freien Personenverkehr mit allen dazugehörenden sozialen Rechten. Es geht uns nicht nur – wie im Personen-freizügigkeitsabkommen mit der EU – um die Mobilität der europäischen Lohnabhängigen, deren Bleiberecht an einen Arbeitsvertrag geknüpft ist, sondern um ein Bleiberecht für alle! Wir fordern:
• Die kollektive Regularisierung aller Sans- Papiers;
• Den sofortigen Ausschaffungsstopp;
• Die Abschaffung des Nothilferegimes;
• Das Recht auf Ehe und Familiennachzug für alle;
• Das Recht auf Gesundheit, Bildung und Würde für alle.
Sans-Papiers leben und arbeiten unter uns – auch auf dem Bau Anfang Mai 2011 strahlte die Télévision Suisse Romande (TSR) die Reportage „Chantiers au noir“, die schwarzen Baustellen aus. Der Bericht verdeutlichte die Praktiken von Bauunternehmen, die Papierlose anstellen und sich durch Lohndruck Wettbewerbsvorteile verschaffen: Der Lohn eines illegalisierten Arbeiters auf dem Bau liegt zwei bis drei Mal tiefer als der Mindestlohn. Sie sind schwarz und ohne sozialen Schutz als Tagelöhner angestellt, alles richtet sich ausschliesslich nach den Bedürfnissen der Unternehmen. Arbeiter, die krank werden oder sich auf der Baustelle verletzen, werden umgehend weggeschickt.
Der einheitliche und solidarische Kampf um die Regularisierung der Sans-Papiers und um einen Gesamtarbeitsvertrag zielen auf würdige Arbeits- und Lebensbedingungen aller Lohnabhängigen.
Was will Bleiberecht für alle?
Bleiberecht für alle vereint gesamtschweizerisch Kollektive aus Lausanne, Fribourg, Bern, Basel und Zürich. Die Bleiberechtsbewegung entstand 2006 als Reaktion auf die Verschärfung des Asyl- und Ausländergesetzes und als Fortsetzung der Sans- Papiers Bewegung, die im Jahre 2001/2002 durch langfristige Kirchenbesetzungen aus dem Schatten trat. Bleiberecht will raus aus der Defensive!
Um uns die migrationspolitische Agenda anzueignen, setzen wir auf militante, kreative und gewaltlose Aktionen sowie auf die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Organisationen, die ähnliche Ziele verfolgen. So entsteht Raum, für eine breite, autonome Organisation der Sans-Papiers.
www.bleiberechtbern.ch /
www.bleiberechtfueralle.ch
Aufruf zur Demo am 1. Oktober: Kein Mensch ist illegal! Regularisierung jetzt!
"Gekommen um zu bleiben!" - Festival
Ort:
Lorrainepärkli, 3013 Bern
Datum / Zeit: Samstag, 25. Juni, ab 14:00 Uhr
Konzerte, Poetry
Slam, Informationsstände, Radioballet und Workshops rund um die Themen Sans-Papiers,
Asyl-
und Migrationspolitik.
Programm:
RADIOBALLETT: 14.00 Uhr, Neuengasse, 3011 Bern
Konzerte und Poetry Slam: ab 15.00 Uhr im Lorrainepärkli:
JANE WALTON - Balkan Trash
PABLOPOLAR - Indie
Rock
JUNIOR TSHAKA - Reggae
SLAM POETRY - mit
Etrit Hasler, Gabriel Vetter und Freunden
Freier Eintritt für ALLE! Denn
KEIN MENSCH
IST ILLEGAL!
«GEKOMMEN UM ZU
BLEIBEN» ist eine Veranstaltung von
Solidarité sans frontières, Bleiberecht Bern, augenauf Bern, VBBS -
Anlaufstelle für Sans-Papiers Bern, AI Unigruppe Bern und mit
freundlicher
Unterstützung der Unia.
Flyer
Programm
Siehe auch: www.sanspapiers-bewegung.ch
DEMO FÜR PAPIERE!
Ort: Basel, Schützenmattpark
Datum / Zeit: 18. Juni 2011 | ab 13h30
(Demo bewilligt)
Flyer
Einladung zur Filmvorführung: Kein Mensch ist illegal!
Marktstand in Meiringen: Willkommen "Casa Alpina"!
Das Bleiberecht-Kollektiv Bern hat einen Marktstand in Meiringen am:
- 12. April 2011
- 18. Mai 2011
- 9. Juni 2011
Solidarität statt Ausgrenzung: Das Sachabgabezentrum Casa Alpina auf dem Brünig
Das grosse Haus mit dem unschuldigen Namen «Casa
Alpina» liegt direkt an der Hauptstrasse. Daneben die Bahnstation, ein
Restaurant und ein grosser Parkplatz, von wo aus Postautos die Ausflügler
Richtung Hasliberg bringen. Sonst nichts.
Die rund 60 abgewiesenen Asylsuchenden, die im
Sachabgabezentrums auf dem Brünig leben, sind nicht willkommen. Die Behörden
unternehmen alles, um ihnen das Leben in der Schweiz so schwer als möglich zu
machen. Die diskriminierende Ausgrenzungslogik der Asyl- und
Ausländer-gesetzgebung greift bei der Nothilfe für abgewiesene Asylsuchende
besonders tief.
Ausgrenzung und repressive Kontrollen
Zu dieser Ausgrenzungslogik gehört, dass die
abgewiesenen Asylsuchenden im Kanton Bern in eines der drei Sachabgabezentren
weit weg von der nächsten Stadt gesteckt werden: Neben dem auf dem Brünig gibt
es zwei weitere in Aarwangen und Gampelen. Das Ziel ist die Isolierung. Achtzig
Franken würde die Fahrt vom Brünig nach Bern und zurück kosten. Wer kann sich
das schon leisten?
Dazu gehört, dass den BewohnerInnen kein Geld
ausbezahlt wird: Ihnen werden bloss Nahrungsmittel abgegeben. Auf dem Brünig
können sie zwei Mal wöchentlich für knapp zwanzig Franken Lebensmittel
beziehen. BewohnerInnen berichten, dass ihnen dabei oft abgelaufene
Lebensmittel angeboten werden. Das ist erniedrigend.
Dazu gehören auch die miserablen sanitären
Einrichtungen: viel zu wenig Duschen und schmutzige Toiletten. Klopapier hat es
nicht, es muss gekauft werden – vom Essensgeld. Die Zimmer sind klein und
überbelegt. An Privatsphäre ist nicht zu denken.
Dazu gehört ebenfalls die Polizeiwillkür: Niemand
weiss, wann die Polizei im Zentrum auftaucht, Kontrollen oder Razzien
durchführt, jemanden verhaftet, wie am 14.12.2010 bei einer Grossrazzia. Ein
Augenzeuge berichtet: "Um 08:00 Uhr morgens, die meisten Flüchtlinge
haben noch geschlafen, ist die Spezialeinheit ins Zentrum eingedrungen. Die
schwer bewaffneten Polizisten haben die schlafenden Männer aus den Betten
getrieben, ihnen die Augen verbunden und sie geheissen sich im Korridor mit den
Händen über dem Kopf auf den Boden zu legen. Geschlagene vier Stunden mussten
sie mit verbundenen Augen und Hände über dem Kopf sitzen bleiben und durften
weder Nahrung noch Wasser zu sich nehmen oder ihre Notdurft verrichten. Auf die
grob durchgeführte Leibesvisite ist eine eingehende Durchsuchung der Zimmer
gefolgt, während der die Männer mit verbundenen Augen auf dem Boden liegend
sich noch immer nicht haben bewegen dürfen. Um ca. 15:00 Uhr ist die
Spezialeinheit wieder abgezogen.“
Solche Praktiken greifen die menschliche Integrität an.
Ausserhalb des Zentrums riskieren die
NothilfebezügerInnen Verzeigung und Busse wegen illegalem Aufenthalt.
Bussgelder, die keiner bezahlen kann, die sich mit der Zeit summieren – und
irgendwann in Haft umgewandelt werden.
Und dazu gehören auch die schikanösen Meldepflichten:
Im Sachabgabezentrum Brünig müssen die BewohnerInnen jeden morgen auf einem
Kontrollblatt unterschreiben, sonst verlieren sie den Anspruch auf Essensgeld
und Schlafplatz. Diesen Sommer wollte die Zentrumsleitung gar einführen, dass
abends ein zweites Mal unterschrieben werden muss. Gegen diesen Kontrollwahn
haben sich die Bewohner jedoch erfolgreich gewehrt.
Geregelte «Illegalität»
An den Sachabgabezentren – oder Minimalzentren, wie
sie in anderen Kantonen heissen – lässt sich zeigen, dass ein ganz neues
Kontrollregime am Entstehen ist: eine Art geregelte «Illegalität». Die
Betroffenen haben zwar keinen geregelten Aufenthalt, halten sich also laut
Gesetz «illegal» in der Schweiz auf – und doch ist die staatliche Kontrolle und
Überwachung umfassend. Dabei arbeiten die Zentrenbetreiber Hand in Hand mit
Polizei und Behörden. Sie wissen genau, wer wann anwesend ist und leiten dies
im Falle einer Anfrage der Polizei nur zu gerne weiter.
Der Widerspruch liegt darin, dass die Betroffenen
aufgrund der Situation im Herkunftsland nicht zurückgewiesen werden können
(z.B. wegen der prekären Sicherheitslage wie im Iran, im Irak oder in vielen
afrikanischen Länder), ihnen hier aber das Recht nicht zugesprochen wird,
arbeiten und in Würde leben zu können. Solche Widersprüche ziehen sich durch
die gesamten ausländer-, asyl- und integrationspolitischen Regelungen durch.
Unsere Antwort: unbedingte Solidarität
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich
geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Gewerkschafter einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein
Gewerkschafter.
Als sie die Juden holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“
(Martin Niemöller, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus)
Dieser Text wurde durch den Pfarrer Martin
Niemöller bekannt. Er wurde 1937 von den Nazis ins Lager in Sachsenhausen
interniert, später, 1941, ins Lager von Dachau. Er wurde mit dem Ende des
Naziregimes 1945 befreit. Dieses Gedicht verweist auf eine dunkle und tragische
Zeit der Geschichte, unterschiedlich zur heutigen Zeit.
Trotzdem besitzt das Gedicht Aktualität: Wer
schweigt, wer die Augen und Ohren verschliesst vor der brutalen Verletzung von
Rechten an Menschen – und besonders der sogenannten „Ausländer_innen“: der
Migrant_innen, mit oder ohne Papiere und ihren in der Schweiz geborenen Kinder
–, der verzichtet auf die Verteidigung von demokratischen und sozialen Rechten
aller Menschen.
Solidaritätsarbeit und der Versuch, eine breit abgestützte Basisbewegung gegen das
Nothilferegime aufzubauen, ist unter diesen Umständen nicht einfach. Aber
gerade weil die Umstände schwierig sind, ist diese Arbeit an der Basis wichtig
und entscheidend: Denn gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ist das Prinzip
der Solidarität unsere notwendige und kraftvolle Antwort.
Papierlosenzeitung 2/2011
Die neue Papierlosenzeitung ist erschienen.
Papierlosenzeitung
Erfolgreiche Protestkundgebung vor dem Regionalgefängnis Bern gegen Ausschaffung von schwangeren Frauen
Die beiden schwangeren Frauen, die Anfang letzter Woche in Ausschaffungshaft genommen wurden, sind frei gelassen worden. Jedoch droht ihnen Ende dieses Monat eine Zwangsausschaffung mit einem Sonderflug nach Kamerun.
Heute Vormittag haben 60 bis 80 Personen vor dem Regionalgefängnis Bern gegen die drohende Zwangsausschaffung von zwei schwangeren Frauen protestiert. Zahlreiche Organisationen haben diese Kundgebung unterstützt und Stellung bezogen. Eine Auflistung der unterstützenden Organisationen und die abgehaltenen Redebeiträge finden Sie im Anhang.
Marie-Helene E. (5. Schwangerschaftsmonat) und Aimé-Mireille D. (6. Schwangerschaftsmonat) – beide abgewiesene Asylsuchende aus Kamerun – waren über eine Woche lang im Regionalgefängnis Bern in Ausschaffungshaft. Gestern Dienstag wurden sie von der Polizei nach Zürich an den Flughafen gebracht, damit sie ihre sogenannte „freiwillige“ Rückkehr antreten sollten. Die beiden Frauen haben sich gegen diesen ersten Ausschaffungsversuch erfolgreich gewehrt, obwohl sie von den Behörden massiv unter Druck gesetzt wurden. Man setzte sie allerdings darüber in Kenntnis, dass noch innerhalb dieses Monates eine Zwangsausschaffung mit Sonderflug nach Kamerun ansteht.
Nach diesem ersten missglückten Ausschaffungsversuch wurden die zwei Frauen gestern Abend nach Bern zurückgebracht und vorübergehend frei gelassen.
Den zwei schwangeren Frauen droht nun eine Zwangsausschaffung. Die Ausschaffung mit Zwangsmassnahmen bedeutet eine vollumfängliche Fesselung und eine Sichtverwehrung durch einen Helm, der Ähnlichkeiten mit einem Maulkorb aufweist. Erwiesenermassen führen die Umstände einer Zwangsausschaffung zu hohen Stresszuständen und psychischen sowie physischen Belastungen. Dies ist ein unzumutbares Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind!
Weitere Frauen aus Kamerun befinden sich in verschiedenen Gefängnissen in der ganzen Schweiz in Ausschaffungshaft. Damit erhärtet sich der Verdacht auf einen bevorstehenden Sonderflug durch den Frauen aus der ganzen Schweiz zur Rückkehr nach Kamerun gezwungen werden.
Mit der Inhaftierung und der Ausschaffung von schwangeren Frauen erreicht die Schweizerische Asylpraxis einen weiteren Höhepunkt an Skrupellosigkeit und an Menschenverachtung. Die Bleiberecht-Kollektive verurteilen diese Praxis!
Wir sagen NEIN zu Ausschaffungen von schwangeren Frauen! Wir sagen NEIN zu ALLEN Ausschaffungen!
Medienmitteilung zur Protestkundgebung vom 17.11.2010 und Solidaritätskundgebungen
Presse:
Fotos von der Protestkundgebung
Stellungnahme der Bleiberecht-Kollektive Schweiz anlässlich der Protestkundgebung vom 17.11.2010 vor dem Regionalgefängnis Bern
Nein zur Zwangsausschaffung von schwangeren Frauen!
Marie-Helene
E. (5. Schwangerschaftsmonat) und Aimé-Mireille D. (6. Schwangerschaftsmonat) –
beide abgewiesene Asylsuchende aus Kamerun – waren über eine Woche lang im
Regionalgefängnis Bern in Ausschaffungshaft. Gestern Dienstag wurden sie von
der Polizei nach Zürich an den Flughafen gebracht, damit sie ihre sogenannte „freiwillige“
Rückkehr antreten sollten. Die beiden Frauen haben sich gegen diesem ersten
Ausschaffungsversuch erfolgreich gewehrt, obwohl sie von den Behörden massiv
unter Druck gesetzt wurden. Sie wurden allerdings darüber in Kenntnis gesetzt,
dass noch innerhalb dieses Monates eine Zwangsausschaffung mit Sonderflug nach
Kamerun ansteht.
Nach dem
missglückten Ausschaffungsversuch wurden die zwei Frauen gestern Abend nach
Bern zurückgebracht, wo sie seit gestern Abend frei sind.
Den zwei
schwangeren Frauen droht nun eine Zwangsausschaffung. Die
Ausschaffung mit Zwangsmassnahmen bedeutet eine vollumfängliche Fesselung und
eine Sichtverwehrung durch einen Helm, der Ähnlichkeiten mit einem Maulkorb
aufweist. Erwiesenermassen führen die Umstände einer Zwangsausschaffung zu
hohen Stresszuständen und psychischen sowie physischen Belastungen. Dies
ist ein unzumutbares Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kind!
Weitere
Frauen aus Kamerun befinden sich in verschiedenen Gefängnissen in der ganzen
Schweiz in Ausschaffungshaft. Damit erhärtet sich der Verdacht auf einen
bevorstehenden Sonderflug durch den Frauen aus der ganzen Schweiz zur Rückkehr
nach Kamerun gezwungen werden.
Mit der Inhaftierung
und der Ausschaffung von schwangeren Frauen erreicht die Schweizerische Asylpraxis
einen weiteren Höhepunkt an Skrupellosigkeit und an Menschenverachtung. Die
Bleiberecht-Kollektive verurteilen diese Praxis!
Wir sagen
NEIN zu Ausschaffungen von schwangeren Frauen! Wir sagen NEIN zu ALLEN
Ausschaffungen!
Protestkundgebung gegen die Ausschaffung von schwangeren Frauen!
Mittwoch, 17.11. 2010, 11:00 Uhr,
vor dem Regionalgefängnis Bern
Wir
rufen alle schwangeren und solidarisch schwangeren Frauen und Männer,
welche die menschenverachtende Asylpraxis und AusländerInnenpolitik
verurteilen, dazu auf, an der Protestkundgebung teilzunehmen. Nehmt
bitte ein Kissen oder Stoff etc. mit, um symbolisch eine
Schwangerschaft darzustellen. Eure Bäuche könnt ihr dann mit gelbem
Klebeband "AUSGESCHAFFT" einwickeln.
Marie-Helene
E. (5. Schwangerschaftsmonat) und Aimé-Mireille D. (6.
Schwangerschaftsmonat) – beide aus Kamerun – sind seit vergangener
Woche im Berner Regionalgefängnis in Ausschaffungshaft. Sie sollen in
diesen Tagen ausgeschafft werden!
Sollten
die zwei abgewiesenen asylsuchenden Frauen aufgrund ihrer persönlichen
Situation die Schweiz nicht freiwillig verlassen wollen, drohen ihnen
Zwangsmassnahmen zur endgültigen Durchsetzung ihrer Rückschaffung. Bis
dahin sitzen sie in Ausschaffungshaft, in der sie unter erheblichem
psychischem und physischem Druck zur „freiwilligen Ausreise“ gedrängt
werden und unter den Haftbedingungen leiden. Dies ist ein unzumutbares
Risiko für Mutter und Kind.
Mit
der Ausschaffungshaft und den Ausschaffungen von Frauen, die im
sechsten Monat schwanger sind, erreicht die schweizerische Asylpraxis
und AusländerInnenpolitik einen weiteren Höhepunkt an Skrupellosigkeit
und an Menschenverachtung. Das Bleiberecht-Kollektiv verurteilt diese
Praxis! Wir sagen NEIN zu Ausschaffungen von schwangeren Frauen! Wir
sagen NEIN zu ALLEN Ausschaffungen!
Zur
Zeit befinden sich in der ganzen Schweiz mehrere Frauen aus Kamerun in
Ausschaffungshaft. Auch das Bleiberecht-Kollektiv Lausanne ruft deshalb
für den kommenden Mittwoch um 12 Uhr zu einer Platzkundgebung vor dem
Regierungsgebäude in Lausanne auf.
*Diese
Kundgebung wird durch folgende Organisationen unterstützt (Stand 16.11.2010):
Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel, Augenauf Bern, BastA! (Mitglied der
Grünen Partei Schweiz), Bleiberecht Kollektive Bern, Lausanne, Basel, Fribourg,
Zürich, cfd – die feministische Friedensorganisation, Demokratische Juristinnen
und Juristen Schweiz, Föderation Irakische Flüchtlinge Schweiz, Frauenhaus Biel,
Grüne Kanton Bern, Junge
Alternative JA!, Junge Grüne Bern, Karakök Autonome, Marche mondiale des femmes
Schweiz, Regionalkomitee 2xNein zu Ausschaffungsinitiative und Gegenvorschlag Bern
und Basel, Solifonds, Solidarité Sans Frontières, Solidaritätsnetz für Menschen ohne geregelten Aufenthalt Basel, Solidaritätsnetz
Sans-Papiers Bern, Solidaritätsnetz Zürich, Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich
SPAZ, Unia Schweiz Bereich Migration, Unia Schweiz IG Frau, Union der
ArbeiterInnen ohne geregelten Aufenthalt, Verein für die Rechte illegalisierter
Kinder, vpod Frauenkomission.
Bleiberecht - Veranstaltung: Nothilfe - zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben!
Mittwoch, 20. Oktober 2010, 19:30 Uhr
Rössli, Reitschule
Neubrückstrasse 8
3000 Bern
Das Kollektiv "Bleiberecht für Alle" informiert über die kantonale Nothilfepraxis und betroffene Menschen erzählen von ihrem Leben und ihren Erfahrungen in den Nothilfezentren im Kanton Bern.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Willkommen Im Paradies" statt. Weitere Infos über den Veranstaltungszyklus zur schweizer Migrationspolitik, siehe Willkommen im Paradies.
Solidaritätskundgebung 11.9.2010, 17:00 Uhr
STOPP
AUSSCHAFFUNGEN –
BLEIBERECHT FÜR ALLE!
Vergangenen
Sonntag sollte N., Mitglied des Bleiberecht Kollektivs Bern, nach Kongo
Kinshasa ausgeschafft werden. So zumindest die Absichten der schweizerischen
Migrationsbehörden. Die Pläne der Behörden wurden jedoch durch das Eingreifen
des Bleiberecht Kollektivs durchkreuzt. Unserem Kollektiv gelang es den Wagen
des Securitas Unternehmens, in dem N. vom Regionalgefängnis Bern zum Flughafen
Zürich transportiert werden sollte, zu blockieren. Bleiberecht Bern wertet die
Aktion als einen Erfolg gegen die menschenunwürdige Praxis der Ausschaffung und
ruft dazu auf, den unmenschlichen Ausschaffungsverfahren mit zivilem Ungehorsam
entgegen zu treten. Einem zweiten Mitglied des Bleiberecht Kollektivs Bern droht
die baldige Ausschaffung nach Afghanistan. N. wurde gestern vorübergehend aus
der Haft entlassen, während zwei weitere Kongolesinnen immer noch im
Regionalgefängnis Bern auf ihre drohende Ausschaffung warten. Ausschaffungen
bedeuten für die betroffenen Menschen eine enorme psychische und physische
Belastung. Unter Androhung von Beugehaft und Zwangsausschaffungen, welche sogar
zum Tode führen können, wird von behördlicher Seite massiver Druck auf die
Betroffenen ausgeübt.
Die Behörden
rechtfertigen die Ausschaffungen mit der „sicheren“ Situation in den jeweiligen
Ländern für die Auszuschaffenden. Dabei wird von „Save Countries“ gesprochen.
Krieg, Vergewaltigungen und Verschleppungen in diesen Ländern gehören jedoch
zur Tagesordnung. Dies spiegelt sich auch in den Reiseempfehlungen zum Beispiel
zu Afghanistan des EDA wieder :
„Im ganzen Land
besteht das Risiko von Terroranschlägen, Entführungen, Raubüberfällen,
Landminen und Blindgängern. In verschiedenen Landesteilen bekämpfen
ausländische und afghanische Truppen Verbände der Taliban“.
In der aktuellen
Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe werden diese Einschätzungen
bestätigt:
„Für
die meisten Menschen in Afghanistan hat sich weder die Sicherheitslage noch der
Zugang zu Arbeit, Gesundheit und Bildung wesentlich verbessert“.
Auch
die Kongolesinnen erwarten laut Schweizerischer Flüchtlingshilfe in der D.R.
Kongo katastrophale Lebensbedingungen. In Teilgebieten des Kongos sei die Lage
für Frauen prekär:
„In
ländlichen Gebieten überfallen regelmässig Bewaffnete Dörfer und verschleppen
dabei Frauen und Mädchen, die in den Milizen-Lagern oft über Tage und Wochen
grausam vergewaltigt und mit Gegenständen im Genitalbereich verletzt werden.
Gleichzeitig müssen Mädchen und Frauen stets damit rechnen, bei der Feldarbeit
vergewaltigt zu werden.(...) Täter gehen in den meisten Fällen straffrei aus.“
Unabhängig
von der Situation in den jeweiligen Herkunftsländern, kritisiert Bleiberecht
Bern die schweizerische
Ausschaffungspraxis als menschenverachtend. Die Ausschaffungspraxis
ist eine der extremsten Formen von staatlicher Gewalt. Die Furcht, ausgeschafft
zu werden, prägt den Alltag der Sans-Papiers. Die schweizerische
Migrationspolitik treibt Menschen in die Illegalität. Sans-Papiers in den
Nothilfe- und Durchgangszentren führen jahrelang eine unmenschliche Existenz
ausserhalb der Gesellschaft, ohne Arbeitsbewilligung, ohne
Bildungsmöglichkeiten, ohne Krankenversicherung. Sie haben keine Perspektive,
um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihr Leben frei zu gestalten. Der
illegale Aufenthaltsstatus verhindert, dass die Sans-Papiers ihre
Menschenrechte wahrnehmen können und setzt sie dadurch der Behördenwillkür aus.
Nur eine kollektive Regularisierung ermöglicht, den Sans-Papiers ein
menschenwürdiges Leben ohne ständige Furcht vor behördlicher Repression. Das
Bleiberecht Kollektiv Bern fordert daher nicht nur einen sofortigen Stopp aller
Ausschaffungen, sondern auch eine kollektive Regularisierung aller Sans-Papiers
in der Schweiz!
Bleiberecht Bern blockiert Ausschaffung – Aufruf zu Solidaritätskundgebung
Vergangenen Sonntag sollte N., Mitglied des Bleiberecht Kollektivs Bern, nach Kongo Kinshasa ausgeschafft werden. So zumindest die Absichten der schweizerischen Migrationsbehörden. Die Pläne der Behörden wurden jedoch durch das Eingreifen des Bleiberecht Kollektivs durchkreuzt. Unserem Kollektiv gelang es den Wagen des Securitas Unternehmens, in dem N. vom Regionalgefängnis Bern zum Flughafen Zürich transportiert werden sollte, zu blockieren. Bleiberecht Bern wertet die Aktion als einen Erfolg gegen die menschenunwürdige Praxis der Ausschaffung und ruft dazu auf, den unmenschlichen Ausschaffungsverfahren mit zivilem Ungehorsam entgegen zu treten. Einem zweiten Mitglied des Bleiberecht Kollektivs Bern droht die baldige Ausschaffung nach Afghanistan. Neben N. warten zwei weitere Kongolesinnen im Regionalgefängnis Bern auf ihre drohende Ausschaffung.
Diese Umstände veranlassen das Bleiberecht Kollektiv zu einer spontanen Protestkundgebung am kommenden Samstag 11.9.2010, um 17 Uhr vor dem Regionalgefängnis Bern aufzurufen.
Die schweizerische Migrationspolitik treibt Menschen in die Illegalität. Sans-Papiers in den Nothilfe- und Durchgangszentren führen jahrelang eine unmenschliche Existenz ausserhalb der Gesellschaft, ohne Arbeitsbewilligung, ohne Bildungsmöglichkeiten, ohne Krankenversicherung. Sie haben keine Perspektive, um ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihr Leben frei zu gestalten. Nur eine kollektive Regularisierung ermöglicht, den Sans- Papiers ein menschenwürdiges Leben ohne ständige Furcht vor behördlicher Repression. Das Bleiberecht Kollektiv Bern fordert daher nicht nur einen sofortigen Stopp aller Ausschaffungen, sondern auch eine kollektive Regularisierung aller Sans-Papiers in der Schweiz!
Frauenhandel in der Schweiz - wie sieht der Opfer-Schutz aus?
Donnerstag, 9.
September 2010, 19.00 Uhr
Frauenraum,
Reitschule
Neubrückstrasse
8
3000
Bern
Betroffene von Frauenhandel sind ihren Peinigern oft schutzlos ausgeliefert. Bei einer Anzeige, haben sie über ein mögliches Verfahren hinaus keinen Schutz.
Welche Möglichkeiten haben Betroffene, um mit rechtlichen Schritten gegen ihre Zuhälter vorzugehen, Härtefallgesuche zu stellen oder Opferhilfe in Anspruch zu nehmen?
Doro Winkler, Öffentlichkeitsbeauftragte der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, spricht über die aktuelle Situation, die Rechtslage, die Rolle der Schweiz, der EU und der Gesellschaft, über die Grenzen ihrer eigenen Arbeit, die Vorgehensweise bei der Ausschaffung betroffener Frauen und über die Situation von Frauen ohne legalen Aufenthaltsstatus.
Wir zeigen den Film « Ketten im Kopf- Frauenhandel von Osteuropa in die Schweiz» (DOK), anschliessend informiert Doro Winkler und beantwortet Fragen zum Thema.
Eine Veranstaltung des Bleiberecht-Kollektivs Bern
NigeranerInnen in der Schweiz - wie weiter?
Kurz nach dem Tod eines Nigerianers bei einer versuchten Zwangsausschaffung im März, lancierte der Chef des Bundesamtes für Migration eine rassistische Kampagne gegen NigeranerInnen, indem er behauptete, (fast) alle seien kriminell. Damit wird zum Einen vom brutalen Umgang mit abgewiesenen Asylsuchenden abgelenkt und zum Anderen werden Vorurteile aufgebaut und systematisch zementiert. Interessante und wichtige Fragen bleiben dabei auf der Strecke: Wieso kommen NigerianerInnen in die Schweiz? Wie leben sie hier? Welche Probleme und Vorurteile belasten die Beziehungen zwischen Nigeria und der Schweiz und wie sieht die Zukunft aus?
Die Informationsveranstaltung will versuchen diese Fragen zu diskutieren und andere Sichtweisen auf die Ereignisse der vergangenen Wochen zu geben.
Die Gäste sind
Alexandra Geiser von der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH und
Celeste Ugochukwu, Jurist und Präsdident der Nigerian Diaspora Organisation, sowie des nigerianisch-schweizerischen Wirtschaftsforums.
Die Veranstaltung findet am Freitag, 4. Juni 2010, 19 Uhr im Aki, Alpeneggstrasse 3012 Bern, statt.
(Lageplan siehe pdf).
Flyer
Die Pizzas von Molino
Rassendiskriminierung mit Nachgeschmack
Das Restaurant Molino ist Teil einer Kette italienischer Restaurants in der ganzen Schweiz. Diese Kette ist landesweit im Besitz von 17 Molino-Restaurants und gehört der Investmentgesellschaft Athris Holding AG (ex-Jelmoli AG).
Das Menu, welches sie uns – ihren Angestellten – aufgetischt hat, ist uns im Hals stecken geblieben:
Zur Vorspeise
Ein Konzept «100% Italiener»
Zum Hauptgang
Die Entlassung von 11 tadellosen Mitarbeitern in Fribourg
Zum Dessert
Die Entlassungen werden durch die 'falsche' Nationalität der Arbeiter gerechtfertigt.
Das ist das neue Rezept des Molino: Die Angestellten werden hier nach ihrer geographischen Herkunft aussortiert. Wer kein Italiener ist, wird entlassen!
Die Molino AG verletzt so zugleich die Gesetze, welche die Arbeitnehmer schützen, als auch die Rassismusstrafnorm, welche die Rassendiskriminierung verbietet.
Das entlassene Arbeiterkollektiv in Friburg hat nach ihrer Entlassung eine Medienmitteilung geschrieben. Am 12. Februar fanden in den Städten Fribourg, Bern, Genf und Zürich Protestaktionen gegen die Entlassungspolitik von Molino statt.
Wir verurteilen die Politik der Rassendiskriminierung des Restaurants Molino AG gegen seine Angestellten. Das molino ist eine italienische Restaurantkette in Fribourg und in der ganzen Schweiz. Sie besitzt 17 Restaurants in der ganzen Schweiz und gehört der Investmentgesellschaft Athris Holding AG (ehemalige Jelmoli AG) an. Das Menu, welches uns - ihren Angestellten - aufgetischt hat, ist uns im Hals steckengeblieben: Die Leitung von Molino AG hat vor etwas mehr als einem Jahr entschieden, nur noch Personal mit italienischer Nationalität anzustellen. In ihrer Filiale in Fribourg hat sie nach und nach alle Angestellten entlassen, angefangen bei denen, die aus aussereuropäischen Ländern stammen. Elf Arbeiter sind aufgrund ihrer Herkunft innerhalb eines Jahres entlassen worden. Zehn kommen aus Ländern ausserhalb der Europäischen Union. Einige arbeiteten seit mehr als zehn Jahren bei Molino, ohne ihre Überstunden zu zählen. Sie sind durch Arbeiter ersetzt worden, die frisch aus Italien rekrutiert wurden. Diese Politik der Auswahl der Angestellten nach ihrer Herkunft wird von Molino AG öffentlich propagiert und in der ganzen Schweiz praktiziert (ähnliche Fälle sind in Bern bekannt). Damit verletzt die Leitung wissentlich die Gesetze zum Schutz der ArbeiterInnen sowie das Verfassungsprinzip gegen die Diskriminierung, welches im Art. 8, Abs. 2 der Bundesverfassung verankert ist.
Wir, die aufgrund unserer Herkunft durch dieses Unternehmen entlassenen Arbeiter, sind der Überzeugung, dass diese Politik inakzeptabel ist. Die Molino AG hat unsere Würde mit den Füssen getreten. Und ihre Politik kann nur katastrophale soziale Folgen mit sich ziehen.
Wir verurteilen dieses Unternehmen öffentlich mit einer Aktion am Freitag, den 12. Februar 2010 um 12 Uhr vor dem Molino in Fribourg. Diese Aktion wird in anderen Kantonen (Genf, Bern, Zürich) unterstützt. Wir zeigen die Molino AG der eidgenössischen Kommission gegen Rassismus an und fordern, dass sie mit ihrer Diskriminierungspolitik aufhört und die betroffenen Arbeiter entschädigt.
Das entlassene Arbeiterkollektiv des Molino
Immer noch da, immer noch ausgegrenzt
Filme zur Bleiberechtkampagne
mit anschliessender Diskussion mit VertreterInnen der verschiedenen Bleiberechtskollektiven der Schweiz
Donnerstag 10. Dezember 2009
(Tag der Menschenrechte)
20 Uhr, Kino Reitschule, Bern
Die Bleiberechtskampagne - Widerstand gegen die schweizerische Migrationspolitik (Dokumentarfilm, 19min, Schweiz 2009)
Bleiberecht jetzt! - Die Besetzung der Predigerkirche Zürich im Winter 2008/2009 (Dokumentarfilm, 30min, Schweiz 2009
Anschliessend an die beiden Filme: Diskussion über die heutige Situation der Bleiberechtskampagne mit VertreterInnen aus verschiedenen Bleiberechtskollektive der Schweiz.
Im Januar 2007 trat das verschärfte Asyl- und Ausländerrecht in Kraft. Die Neuerungen bedeuten eine weitere Verschlechterung der Lebensbedingungen von Sans-Papiers und Flüchtlingen. Dagegen begannen sich die betroffenen MigrantInnen und solidarische UnterstützerInnen zu wehren. So wurde kurz vor Weihnachten 2007 die Bleiberechtskampagne mit einer symbolischen Besetzung des Grossmünsters in Zürich eröffnet. In Folge entstanden in verschiedenen Städten Bleiberechtskollektve, die mit Protestaktionenn auf die Situation aufmerksam machten und für eine andere Migrationspolitik kämpfen.
Der Film "Die Bleiberechtskampagne" porträtiert sechs verschiedene Aktionen der Bleiberechtskollektive in Zürich und Bern im Zeitraum von Dezember 2007 bis Frühling 2009.
"Bleiberecht jetzt" dokumentiert die Besetzung der Predigerkirche in Zürich vom 19. Dezember 2008 bis am 7. Januar 2009.
Die anschliessende Diskussion soll Einblick in die heutige Situation der Bleiberechtskampagne geben und einen Ausblick auf weitere Formen und Möglichkeiten gegen die heutige Migrationspolitik generieren.