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Festung Europa stürmen

Festung Europa stürmen

Internationaler Flüchtlingstag 2009

 

DEMONSTRATION: “FESTUNG EUROPA STÜRMEN! GEGEN NATIONALISMUS, RASSISMUS UND AUSBEUTUNG!”

 

Das “Antirassistische Netzwerk” ruft anlässlich des Internationalen Flüchtlingstages am 20. Juni 2009 zu einer Demonstration in Zürich auf. Damit wollen wir ein politisches Zeichen gegen Unmenschlichkeit und die “Festung Europa” setzen und unsere Solidarität mit allen Menschen auf der Flucht und im Exil ausdrücken.

Weltweit sind laut UNHCR rund 67 Millionen Menschen auf der Flucht. Fast 90 Prozent aller Flüchtlinge fliehen innerhalb ihrer eigenen Länder oder in eines der angrenzenden Nachbarländer. Nur ein Bruchteil dieser Menschen macht sich auf den Weg in Richtung Europa. Vor den Toren Europas ist dann aber sowohl im Süden, wie auch im Osten, kein Weiterkommen mehr, denn Europa hat seine Aussengrenzen schon lange dicht gemacht. Mit Mauern, Stacheldrähten und einer riesigen Überwachungsmaschinerie gleicht Europa immer mehr einer uneinnehmbaren Festung. Für Menschen auf der Flucht bedeutet das, dass sie immer längere und gefährlichere Fluchtwege auf sich nehmen müssen. Es ist ein Krieg, der vor den Toren Europas tobt. Ein Krieg, in dem Kriegsschiffe, Armeehelikopter, Hightech und europäische Elitetruppen gegen Flüchtlinge in restlos überfüllten Booten eingesetzt werden und der indirekt jedes Jahr Tausende von Toten fordert. Das Mittelmeer ist längst ein Massengrab. Alleine vor Italien sind in den letzten zehn Jahren rund 10′000 Flüchtlinge gestorben! Und die “humanitäre” Schweiz und das selbstgerechte Europa? Sie investieren auch weiterhin Millionen um die Aussengrenzen Europas noch unbezwingbarer und tödlicher zu machen. Sie kollaborieren dabei mit diktatorischen Regimes, welche die Menschenrechte mit Füssen treten. Wer es trotzdem, oft nach jahrelanger Odyssee, bis hierhin schafft, den erwartet ein eisiger Wind. Struktureller und offener Rassismus, Ausbeutung durch Billiglohnarbeit, Gefängnis wegen illegalen Aufenthaltes, soziale Kontrolle und totale Überwachung sind nur einige der Realitäten, mit denen Flüchtlinge konfrontiert sind.

Schon das Römische Imperium importierte Sklaven, Edelmetalle und Nahrungsmittel aus fernen Ländern nach Europa. Daran hat sich nichts geändert und unser Reichtum basiert auch heute noch auf der Ausbeutung ärmerer Länder. Jahrhunderte Kolonialismus und Abhängigkeit haben tiefe Spuren hinterlassen. Doch statt die historische Verantwortung wahrzunehmen, schotten sich Europa und die Schweiz ab. Waren und Rohstoffe sind willkommen, Menschen, deren Existenzgrundlage für unseren Wohlstand zerstört wurde und wird, hingegen nicht. Noch vor hundert Jahren waren Armut und Hunger ein steter Begleiter der Menschen in der Schweiz. Viele sind vor dem Elend geflüchtet und ausgewandert. Heute leben wir in einer neuen Zeit. Die Schweiz ist nun eines der reichsten Länder der Welt. Sie ist federführend an der Abschottungs- und Ausgrenzungspolitik Europas beteiligt.

Unser heutiger Wohlstand ist die bittere Armut in anderen Teilen der Welt. Deshalb braucht es sichtbare sowie unsichtbare Mauern und die Konstrukte “Nation” und “Europäische Union”, um diesen Reichtum zu schützen. Dass der Preis dafür jedes Jahr tausende von Menschenleben ist, wird von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung stillschweigend, wenn nicht gar applaudierend, hingenommen. Setzen wir deshalb ein starkes Zeichen gegen Rassismus, Ausbeutung und Unterdrückung. Die Geschichte und das Wissen verpflichten zum Handeln. Denn wer schweigt, stimmt zu!!

Samstag, 20. Juni 2009, 13:30 Uhr, Landesmuseum (neben Hauptbahnhof), Zürich

Antirassistisches Netzwerk, augenauf, Bleiberecht für alle, Colectivo sin papeles, DFEZ (Darfur Friedens- und Entwicklungszentrum), DVF (Demokratische Vereinigung der Flüchtlinge), Flüchtlingscafé Refugees Welcome, Haraga, Infoladen Kasama, IFIR (International Federation of Iraqi Refugees), IUR (Iranian Union of Refugees), Karakök Autonome Turkei/Schweiz, OWFI (Organization of Women’s Freedom of Iraq), Six Campers und SPI (Socialist Party of Iran)

Aktion zur Flüchtlingswoche 2009 in Bern

Action pour la semaine des réfugiés

Action for the refugees week



19. Juni/Juin/June 2009

Treffpunkt/lieu de rendez-vous/meetingpoint:

12.00 Bahnhofplatz Bern,
Heiliggeistkirche


Für Interessierte an der Aktion bitte meldet Euch doch direkt per E-mail. In erster Linie und so oder so: einfach zahlreich kommen und mitmachen an dieser gemeinsamen spontanen Aktion im Rahmen des Bleiberecht Bern zur Flüchtlingswoche.

Kontakt-Telefon/ n° de portable/ contactphone:
077 456 53 59

www.bleiberechtbern.ch
bern@bleiberechtfueralle.ch

Dokfilm von Swissinfo

Orte der Integration - Orte der Diskussion: in Bern und Zürich sind Bleiberechts-Cafés entstanden. Ein Einblick.

 

Im März 2008 ist in Bern - unter anderem als Reaktion auf die erneut verschärften Asyl- und Ausländergesetze und deren Folgen - im Murifeldquartier das Bleiberechtscafé entstanden. Es soll ein Ort des Austausches, der Diskussion, der information und der Unterstützung mit Flüchtlingen, Menschen ohne legalem Aufenthaltsstatus oder Leuten mit prekärem Aufenthaltsstatus sein. Wie zum Beispiel Aischa, aus Somalia geflüchtet, seit 10 Jahren in der Schweiz lebend, mit F-Ausweis, einer vorläufigen, aber stets unsicheren Aufnahme. Sie erzählt im Film von ihren alltäglichen Schwierigkeiten, denen sie in der Schweiz begegnet. Gleichzeitig gibt der Film einen Einblick in das Bleiberechtscafé.



Link zum Video:
Link Video Swissdok

Demonstration 'Bleiberecht für alle' - die gemeinsame Perspektive von über 2000 Menschen am 13. September 2008 in Bern

Es war grau, kalt und es regnete in Strömen am Samstag dem 13. September 2008. Und trotzdem füllte sich die Schützenmatte langsam mit Menschen. Aus der ganzen Schweiz kamen sie angereist um für ein Bleiberecht für sich oder andere zu demonstrieren. Um 14 Uhr setzte sich ein Zug aus 2000-3000 Menschen in Bewegung, ein Zug für ein Bleiberecht für alle, eine laute Bewegung, die auf die Probleme der heutigen Migrations- und Asylpolitik aufmerksam machte, die ein Umdenken forderte, die einen anderen Umgang mit den globalen Migrations- und Fluchtbewegungen vorschlägt.

Es waren 2000-3000 Menschen, die protestierten, die demonstrierten, die ein Zeichen setzten gegen den Umgang der Schweiz mit den Menschen, die hierher geflüchtet sind und hier leben wollen. Das ist ein starkes Zeichen, eine starke Bewegung!

Die Pressestimmen zur Bleiberechts Demo:

Gesamtschweizerische Demo Bleiberecht für alle

Demo

demobeschrieb

Ohne uns geht nichts

Die Woche der MigrantInnen vom 8. bis 14. September 2008

Wir alle zusammen, die hier leben, sind die Schweiz. Zusammen sind wir verantwortlich für die Menschlichkeit auf diesem Flecken Erde. Nur der Kampf für gleiche Rechte aller Menschen kann uns vorwärts bringen. Dabei bauen wir auf die persönliche und kollektive Kreativität, denn: «gestalten heisst widerständig sein, und widerständig sein heisst gestalten!»

 

Was ist das Ziel der Woche der MigrantInnen? Wir wollen unsere Verteidigungshaltung ablegen und auf eine dynamische Art eigene Schwerpunkte setzen. Nur selbstbewusst können wir mehr Einfluss gewinnen. Die Woche der MigrantInnen soll einen neuen Blick auf die Migration fördern. Heute wird Migration bestenfalls als wirtschaftlich nützlicher Faktor betrachtet, schlimmstenfalls als grosse Bedrohung für die Schweiz angeschaut. Wir wollen, dass Migration nicht nur als geschichtliche und zukünftige Realität akzeptiert wird, sondern auch als eine für alle Völker und Menschen bereichernde Begegnung.

 

Die Woche der MigrantInnen findet vom 8. bis 14. September 2008 statt.

Solidarité sans frontières übernimmt die Koordination und die Kommunikation. Ziel ist, dass viele im Migrations- und Asylbereich tätigen Organisationen ihre eigenen Aktivitäten im Rahmen dieser Woche auf jedem Fleckchen dieser Schweiz durchführen: Theater und Tanz, Film und Konzert, schräg und nachdenklich, witzig und krumm.


Für mehr Infos für Engagierte und Neugierige: www.ohneuns.ch

 


Radioballet "Bleiberecht für alle"

Am 5. Juni um 19 Uhr fand in Bern ein Radioballet von "Bleiberecht für alle" statt

Flucht ist kein Verbrechen


Bei einem Radioballett haben alle, die mitmachen, ein Radio im Ohr. Darin wird eine Geschichte erzählt und so die vielen verstreuten Teilnehmenden koordiniert. Sie hören die Geschichte und spielen das Erzählte nach, d.h.: sie tanzen, flüchten, wehren sich, sie diskutieren, weinen, kaufen ein etc.
Durch ein Radioballett machen also mehrere Menschen gleichzeitig das Gleiche im öffentlichen Raum. Sie machen etwas, das die anderen Menschen ohne Radio im Ohr, sich nicht erklären können. Sie brechen damit die Regeln und Normen, wie man sich üblicherweise im öffentlichen Raum verhält - denn sie tanzen, springen, rasen durch die ahnungslose Menge. Radioballett ist in diesem Sinne auch eine Protestform gegen das 'übliche', so genannt 'normale', das Festgefahrene. Das weckt Aufmerksamket. Das löst Irritation aus. Die Zuschauenden beginnen, sich zu interessieren, sich Fragen zu stellen und werden - so die Hoffnung - für Themen sensibilisert.

Bleiberecht für alle möchte die Aktionsform des Radioballetts nutzen, um im öffentlichen Raum auf die Wirkung des sich immer verschärfenden Asyl- und Ausländergesetze aufmerksam zu machen. Was bewirken die Verschärfungen? Was bedeuten sie für die Menschen, die in die Schweiz geflüchtet sind und hier kein Asyl, sondern nur eine vorläufige Aufnahme oder einen negativen Entscheid erhalten ahben, die nun illegal hier leben, zwischen und, mit uns - und die oftmal kaum wahrgenommen werden, keine Stimme haben, keinen Platz zum tanzen?

Deshalb: Tanz doch mit und rufe auch alle deine FreundInnen, ArbeitskollegInnen, Verwandte und Bekannte zum Mittanzen auf! Es braucht zahlreiche Leute, die mit Radio RaBe im Ohr (95.6MHz) in der Neuengasse stehen und für ein Bleiberecht für alle tanzen.



Jeder Mensch hat das Recht auf ein gutes Leben

In Freiburg im Breisgau findet am 7. Juni eine Dreiländerdemonstration statt.




Nein zur Einbürgerungsinitiative




Vortrag - ein Kampf der Frauen im Irak

Yanar Mohammed gründete die Organisation für die Freiheit der Frau im Jahre 2003 in Baghdad.

Am 25. Mai 2008 um 19.45 hält sie im Frauenraum der Reitschule Bern einen Vortrag über die Lage der Frauen im Irak und erzählt vom Kampf für mehr Freiheit und für mehr Rechte.

Nein zur Einbürgerungsinitiative

Cazerolazo in Fribourg: Am Samstag den 24. Mai findet eine antirassistische Platzkundgebung vor dem Manor statt. Mit alten Pfannen und Deckeln, mit gebrauchten Schwingbesen und Salatschüsseln soll Lärm gemacht werden gegen die Einbürgerungsinitiative der SVP vom 1. Juni 2008.


Zweiter Marsch der Sans Papiers in Basel

Am Samstag den 17. Mai findet in Basel der Marsch unter dem Motto "Bleiberecht jetzt - Legalisierung statt Kriminalisierung" statt. Besammlung: 12.30 im Margarethenpark.

3’000 Flüchtlinge und Sympathisanten forderten lautstark ein “Bleiberecht jetzt!”

Am 19. April zogen rund 3’000 MigrantInnen und Sympathisanten in einem bunten Demonstrationszug durch die Stadt Zürich. Aus der ganzen Schweiz reisten Busse voller Demonstranten an.

 

Demo Zürich 19. April 2008

Ab halb zwei Uhr wurde es immer lauter ums Landesmuseum. Die besammelte Menge, erfreut über den anhalten Zustrom an Menschen und das frühlingshafte Wetter, begann sich langsam in Reihen zu organisieren. Nach zwei Uhr kam der Zug in Bewegung und gab lauthals Parolen in den verschiedensten Sprachen von sich. Die tanzende, lachende und übermütige Masse vermochte manch Schaulustigen anzustecken, zu klatschen, zuzunicken oder interessiert den Kopf in die verteilte Zeitung „bleiberecht.ch“ zu stecken.
Die Route führte am Bahnhofquai entlang über den Stauffacherplatz zur Bäckeranlage. Im Park angekommen gab es eine Schlusskundgebung, welche die Forderungen nach einer kollektiven Regularisierungen, einem sofortigen Ausschaffungsstopp und der Umsetzung des Härtefallartikels Nachdruck verliehen.

Bleiberecht für alle und auf Dauer,
um Europa keine Mauer!

Demo Zürich 19. April 2008